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182 Buch VIII. Viertes Hauptstück.
unter dem General Manteuffel gegen die Schweden zurück-lassen. Zugleich gab der König dem Minister von Schla-brendorf den Befehl für die Verpflegung des hcranrückendcnHeeres in Schlesien zu sorgen, und täuschte dann sehr ge-wandt die Ocstcrrcicher, indem er durch Gewaltmärsche inBogen dem um einen Tagmarsch näher an Görlitz stehendenDaun am 26. October zuvorkam, welcher sicher gehofft hatteihn von Schlesien abhaltcn zu können, den König jedochnicht angriff, sondern sich selbst gegen ihn verschanzte. DiePreusscn wußten, wie ihnen ihre Gegner vorwarfcn, gegendie verfolgenden Ocstcrrcicher kein bequemeres Verthcidi-gungsmittcl zu finden, als daß sie bei ihrem Abzüge dieDörfer anzündetcn, wo sich ihre Feinde sehen ließen, wie sicdenn seit der Schlacht von Hochkirch alle in ihrem Bereichebefindlichen Dörfer ausplündcrtcn'). Friedrich rückte dannmit großem Geschicke und vieler Vorsicht nach Lauban, schickteden Prinzen Heinrich mit 15,000 Mann nach Hirschbcrg ge-gen Daun und zog mit seinen übrigen 24,000 Mann überSchweidnitz auf Münsterberg und Neissc. Es war ein gün-stiges Geschick für ihn, daß der schlesische Minister v. Schla- ^brcndorf, ein ebenso einsichtsvoller als thätiger und rücksichts-los durchgreifender Mann, den strengen Befehl des Königs,alle in Obcrschlcsicn und bis über die Ncisse hinaus befind-lichen Magazine nach Schweidnitz und Breslau in Sicher-heit zu bringen, nicht buchstäblich befolgt, sondern in derVoraussicht, der König werde Neissc entsetzen, wenn auch mitGefahr seines Kopfes, noch gefüllte Magazine auf dem lin-ken Ncisscufer gelassen hatte, welche nun den schnellen Marschdes Heeres zum Entsätze der Festung möglich machten'). Der >General Harsch, welcher seit dem 26. October mit 140 Ge-schützen der von dem General Trcskow tapfer vcrtheidigtenFestung Ncisse hart zugesetzt hatte, hob,, obgleich bis auf30,000 Mann verstärkt, bei der Annäherung des Königs die ^Belagerung sogleich (3. November) auf und zog sich mit
1) Kurzgefaßtc Nachricht der preussischen Bedrückungen in den säch-sischen Landen, Deutsche Kriegskanzlei von 1759, II. S. 12.
2) Retzow I. S. 376.