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5 (1854) Von 1756 bis 1763
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Buch VIII. Viertes Hauptstück.

wäre, zu bemächtigen. Bei den reichlichen Lebensmitteln,welche sie in der Uckermark fanden, drangen sie nur bis Ncu-Ruppin und Fehrbellin, acht Meilen von Berlin vor. Nur2500 Mann wurden aufZehdenick gegen Berlin hin geschicktSo war in den Bewegungen der Feinde Friedrichs nirgendsUebereinstkmmung: Ocsterreicher, Russen, Franzosen und -Schweden folgten jeder seinem augenblicklichen Interesse oderder Laune und der Ansicht ihrer Befehlshaber.

Der Prinz Heinrich, welchem sein Bruder Friedrich II,im Frühjahre den Oberbefehl über das bis auf etwa 20,00» ^Mann verstärkte Heer in Sachsen übergeben hatte, wozunoch 9000 Mann Besatzungen in Dresden, Leipzig und Tor-gau kamen, war ein Mann von völlig französischer Bildungund sehr feinem Benehmen. Er gewann durch Leutseligkeitseine Umgebung und die Truppen, welche ihm mit Vertrauenund Hingebung folgten, wie sie sein Bruder durch geistigeUeberlegcnheit und Charakterstärke sich unterwarf und fesselte,mit sich fortriß und begeisterte. Der Prinz nahm zweckmä-ßige Stellungen, gab sich keine Blößen, während er die sei-ner Gegner sorgfältig benutzte, und fetzte nicht leicht etwasaufs Spiel. Er besaß bei vieler Vor- und Umsicht ebensogroßes Talent zur Führung des so schwierigen hinhaltendenVertheidigungskrieges, wie sein Bruder bei großer Lebendig-keit und fester Willenskraft zum rasch entscheidenden An-griffskriege. So ergänzten beide einander vortrefflich, und wieder Prinz des Königs Drang zu kecken Wagestücken mäßigte,so reizte der König des Prinzen vorsichtige Besonnenheit zukühnen' Unternehmungen.

Der Rückzug der Preussen aus Böhmen und vorzüglichder Anmarsch der Russen veranlaßte die Oesterreichcr, weilein Angriff auf den Markgrafen Karl, welcher Schlesien deckte,nicht geeignet schien, zugleich zur Unterstützung, der Russen ^die Oberlausitz und die linke Seite des Prinzen Heinrich zubedrohen und ihn von dem Markgrafen Karl in Schlesienzu trennen, während ihn der Prinz von Pfalz-Zweibrückcnmit dem Reichsheere vorn beschäftigte. Dieser erhielt daherden Befehl gegen den Prinzen Heinrich vorzurücken, trafaber erst im Juli zwischen Hof und Plauen ein. Der Prinz