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5 (1854) Von 1756 bis 1763
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140
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140 Buch VIII. Drittes Hauptstück.

sein Vermögen gefährdet werde, und der König ihm em-pfindlich geantwortet, er habe eine Menge von deutschenPrinzen bei seinem Heere, die sich an dergleichen unwürdigeReichsverfassungs - und gesetzwidrige, so zu sagen infam-proo6ä<-8 des Reichshofraths nicht kehrten. Er sei überzeugt,auch der Prinz Moritz werde solchen patriotischen Gesinnun-gen folgen, sich an nichts kehren und künftig diese Materienicht wieder berühren'). Das Fürstcnthum Dessau wurdenicht geschont. Schon im Jahre 1757 betrugen die Liefe-rungen an Lebensmitteln für Preusscn, allein aus diesem klei-nen Lande, über 100,000 Thaler, sicher über die Hälfte desdamaligen jährlichen Einkommens des Fürsten; die übrigenanhaltischcn Fürstenthümcr wurden nicht weniger bedrückt.Der Fürst von Zerbst hatte nämlich einen Marquis deFraigne als französischen Bevollmächtigten bei sich, welcherwirklich ein französischer Spion war. Als er diesen aufFriedrichs II. Verlangen nicht entfernen wollte, so ließ ihnder König mit Gewalt in Zerbst im Schlosse des Fürstenfestnehmen und nach Magdeburg bringen, worauf der Fürstdas Land verließ. Später stieg durch die Noth des Königsauch der Druck für Anhalt. Zm Jahre 1759 mußten dievier Fürstenthümcr 360,000 Thaler, 2200 Rekruten und1800 Pferde liefern"). Allein die Leistungen des Fürsten-thums Dessau an Lieferungen von Lebensmitteln,, Futter,Pferden und Soldaten sollen während der Dauer des Kriegsgegen eine Million Thaler betragen haben. Auch das Bis-thum Hildcsheim mußte, als es der Prinz Heinrich im Fe-bruar 1758 besetzte, starke Kriegsstcuern zahlen und 80,000Thaler zur Ausrüstung des neu errichteten Bellingschen Hu-sarenregiments geben. Im folgenden Juni sollte der PrinzHeinrich-über 300,000 Thaler im Bambergischcn ausschrci-ben, doch war cs nicht möglich mehr als 90,000 bcizutrci-ben"). Die äußerste Noth zwang den König noch andere, >wenn auch theilwcise und für den Augenblick weniger drückende,

1) Bei Orlich Moritz von Dessau S- 74.

2) Schreiben des Königs an General Wedell 18. November 1758,in der Geschichte des siebenjährigen Krieges bearbeitet von den Officicrendes großen Generalstabes III. S- 14.

3) Bei Schöning Siebenjähriger Krieg 1. S. 215.