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5 (1854) Von 1756 bis 1763
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Buch VIll. Zweites Hauptstück.

Müssiggangcs und der fast aufgelösten Kricgszucht, Räube-reien, Plünderungen und Gcwaltthätigkcitcn, wie zum Zeit-vertreibe'). Richelieu verhandelte mit dem Landgrafen vonHessen-Kassel und dem Herzoge Karl von Braunschwcig umdie Ucbcrlassung ihrer Truppen an Frankreich, wozu der >Herzog auch bereit war. Als die Hessen bereits auf demMarsche in ihre Heimat waren, verlangte der Herzog vonRichelieu ganz unerwartet, ste sollten, sobald sie über die !hessische Grenze kämen, ihre Waffen ablicfcrn, damit diesein ein Zeughaus gebracht würden, weil er nicht 12,000 Be-waffnete in seinem Rücken lassen könne. Das war gegenden Vertrag von Kloster Seeven. Der alte Landgraf, wel-cher wegen seiner Kränklichkeit kein Pferd besteigen konnte,erklärte sogleich, er werde in seinem Cabriolet seine Truppenbefehligen und eher kämpfend an ihrer Spitze sterben, alseinen solchen Schimpf dulden. Die Truppen mußten so- ^gleich Halt machen. Der Vorschlag des Grafen Lynar, diehannövcrischen Soldtruppcn im dänischen Gebiete aufzunch-mcn, wurde von den Franzosen abgelehnt °). So bliebendiese Truppen beisammen. Dabei wurden das Hessische,Braunschweigische und Hannövcrische von den Franzosen wie >eroberte Länder behandelt, Brandschatzungen ausgeschrieben,Erpressungen waren an der Tagesordnung, und cs erschiensogar ein französischer Gcneralpächtcr in Hannover zur Er-hebung der Steuern").

Der König Georg hatte anfänglich, um Parteilosigkeitund damit Schonung für Hannover zu erhalten, den Vor-stellungen des hannövcrischen Ministeriums nachgegcbcn undden Vertrag von Kloster Seeven gebilligt. Auf die bitternKlagen Friedrichs II. über das Schimpfliche des Vertrages,von dem Hannover gar keine wesentlichen Vortheile hatte,dann genauer unterrichtet über die gestammten Verhältnisse, >wurde er über seinen Sohn, den Herzog von Cumbcrland,

1) Stuhr I. S. 113.

2) Kasselsches Memorial vom 26. April 1758 in der Kricgskanzlcivom Jahre 1758. 1. S. 625., vcrgl. bcsond. S. 667 ff.

3) Kurbraunschweigisches Memorial, Kriegskanzlei vom Jahre 1757.

111. S. 1638.