Schlacht bei Roßbach.
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gcnen bis über die Unstrut flüchteten, ohne wieder auf demSchlachtfelde zu erscheinen. Dann zog er sich weiter linksin den Rücken des feindlichen Fußvolkes, gegen welches derKönig, diesem ebenso unerwartet, mit 19 Bataillonen überden Höhenzug, der ihn verdeckt hatte, vorrückte, es links weitüberflügelte und durch seine herangebrachten Geschütze in dendichten Heersäulen große Verwirrung anrichtete.
Von ihrer Reiterei verlassen, von der preussischen imRücken bedroht, auf ihrer rechten Seite überflügelt vompreussischen Fußvolke, ohne Raum und Zeit zum Entwickeln,versuchten die Feinde, noch in Heersaulen von großer Tiefemit 50 Mann in der Front, gegen des Königs Fußvolkanzurückcn. Sie wurden mit furchtbarer Wirkung zuerst vondem wohlgelciteten preussischen Kartätschenfeuer, dann vondem raschen Feuer des Fußvolks empfangen, so daß, ehe eineViertelstunde verging, zuerst die Vordersten, bald alle klebri-gen in großer Unordnung die Flucht ergriffen. Diesen Au-genblick nahm Seidlitz wahr, um mit der Reiterei in denRücken der Feinde einzuhauen und deren Niederlage zu vol-lenden. Nur einige französische Brigaden suchten sich nocheinmal zu setzen, wurden aber größtcntheils gefangen. Derfeindliche linke Flügel, welcher an der Schlacht gar keinenAntheil genommen hatte, schloß sich dem Rückzuge an, dener vergeblich durch Reiterei zu decken suchte. Graf St. Ger-main, der mit seiner Heeresabtheilung unthätig auf der Höhegeblieben war, von der aus er am frühen Morgen die Preus-sen beschossen hatte, zog sich mit dem geschlagenen Heere, daser nur wenig deckte, nach Freiburg zurück. Der König ließdie ganze Linie seines Heeres zur Verfolgung des SiegesVorgehen und erst bei cinbrechendcr Finsterniß Halt ma-chen. Nur diese bewahrte das feindliche Fußvolk vor nochgrößerem Verluste'). Es waren nur 7 Bataillone des lin-
I) Das von der Reichertswerbener Gemeinde im Jahre 1766 aufdem Janushügcl gesetzte Denkmal der Schlacht ist längst nicht mehrvorhanden. Die im Jahre 1786 auf Veranlassung des Prinzen Louiserrichtete Denksäulc wurde 1806 nach Paris geschafft und den 30. März1811 in die Seine gestürzt, wo sie noch liegen soll. Nach der Leipziger