Hülfstruppcn zu sehen. Ich weiß nicht, ob cs für michschmachvoll sein wird, zu unterliegen, aber ich weiß, daßwenig Ruhm dabei sein wird mich zu besiegen')." Erschrieb dem Marquis d'Argens im Juni von Leitmeritz aus:„Ich lese wiederholt den dritten Gesang des Lucretius, habeaber darin nur die Nothwendigkeit des Uebels und das Un-nütze der Heilmittel gefunden. Linderung für meinen Schmerzgibt mir die tägliche Arbeit und die fortwährende Zerstreuung,welche mir die Zahl meiner Feinde verschafft. Wäre ich beiKolin getödtct worden, so wäre ich im Hafen ohne Furchtvor Stürmen; jetzt aber muß ich noch auf dem stürmischenMeere fahren, bis ein kleiner Winkel der Erde mir dasGlück verschafft, das ich auf dieser Welt nicht habe findenkönnen 2)." „Betrachten Sie mich," schrieb er demselben am19. Juli, „wie eine Mauer, in welche das Unglück seit zweiJahren Bresche geschossen hat. Ich werde von allen Seitenerschüttert. Häusliches Unglück (der Tod seiner geliebtenMutter), geheime Leiden, öffentliches Unglück und bevor-stehende Trübsal, das ist meine Nahrung. Dennoch glaubenSie nicht, daß ich nachgcbe, und wenn alle Elemente zuGrunde gingen, so würde ich mich unter ihren Trümmernmit so kaltem Blute begraben lassen, als ich Ihnen schreibe.In dieser schrecklichen Zeit muß man sich mit ehernen Ein-geweide» und stählernem Herzen waffnen, um alle Empfin-dung zu verlieren. Da ist die Zeit des Stoicismus. Diearmen Schüler Epikurs würden jetzt nicht einen Satz ihrerPhilosophie zum Besten geben können. Der nächste Monatwird furchtbar und?für mein armes Land entscheidend wer-den. Was mich betrifft, der ich cs retten oder mit ihm zuGrunde gehen will, lso^habe ich mir eine der Zeit und denUmständen angemessene Denkweise gebildet. Sic sind zu ent-fernt, um Sich eine Vorstellung von der Krise machen zukönnen, in der wir uns befinden, und von den Greueln,welche uns umgeben. Die Philosophie ist gut, um vergan-gene oder zukünftige Ucbcl zu mildern, aber Len gegcnwär-
1) Oeuvres 1. XX. ^>. 267.
2) Oeuvres 1. XIX. p. 43.