Eröffnung des Feldzugs im Jahre 1757. 41
des hannoverischen Bcobachtungshccres seinen Feinden ins-gesamt nur 197,000 Mann cntgegenstellen, während ihmbei der Eröffnung des Feldzuges etwa 240,000 Mann gegen-übcrstanden. Die Oesterreicher hatten die Absicht möglichstlange in ihren Winterquartieren zu bleiben, übrigens inBöhmen verthcidigungsweise zu verfahren, bis ihre Verbün-deten hcrangekommcn sein würden. Die Franzosen unterdem Marschall d'Estre'es und eine besondere Hccresabtheilungunter dem Prinzen Soubise sollten als Hülfstruppcn MariaTheresias gegen die Weser vorrücken, Hannover zur Partei-losigkeit bringen, wenn das gelänge, auf Halberstadt undgegen Magdeburg marschircn, wenn cs nicht gelänge, ent-weder Hessen bedrohen oder Minden, Hameln und Nien-burg einnchmen, und erst dann im Juli über die Wesergehen, was sich doch bis Anfang September verzögerte. DieRussin rückten erst im Anfang des Juli über die prcussischeGrenze, erreichten erst im August den Niemcn und zogensich eben wieder zurück, als im September die Schwedenüber die Peene vorrückten.
Der König war der Ansicht, daß er sein Haupthcermöglichst stark vereinigen müsse, um einen entscheidendenSchlag gegen seinen Hauptgegner zu thun. Er beschloß da-her nach reiflicher Berathung, vorzüglich mit Schwerin, nochehe die Ocstcrreichcr ihre Winterlager verlassen hätten, zu-gleich mit 76,000 Mann in drei Hcercsabtheilungen vonSachsen aus, mit der vierten von 41,000 Mann unter Schwe-rin von Schlesien aus, in Böhmen einzudringcn. Am 4. Maisollte das gesammtc Heer 117,000 Mann stark vor Pragvereinigt sein, die unvorbereiteten Ocstcrreichcr überfallenund ihre zerstreuten Abthcilungen erdrücken, hielten sie aberStand, sie angrcisen und schlagen, Prag erobern; dann sollteSchwerin mit dem größten Thcile des Heeres nach Mäh-ren vorrückcn, der König aber mit 40,000 Mann dem han-noverischen Heere gegen die Franzosen zu Hülfe eilen.
Rücksichtlich der Franzosen waren die hannöverischcnMinister durchaus nicht zu bewegen den vom Könige vor-gcschlagcnen Plan zur Versammlung des Heeres zwischenWesel und Lippstadt anzunehmen, überhaupt kräftig aufzu-
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