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5 (1854) Von 1756 bis 1763
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Buch VlII. Erstes Hauptstück.

daß nur wenige den ihnen vorgcsagtcn Eid nachsprachen,worauf weiter keine Rücksicht genommen wurde. Jedes Re-giment, das so den Eid leistete, erhielt 8001000 Thalergeschenkt. Mehrere Regimenter Fußvolks, von denen zuletztnoch zwei, aller angewendeten Mittel ungeachtet, standhaftblieben, wobei die Leibgrcnadiergarde, ferner die Artillerieund fast die gcsammte Reiterei, verweigerten den Eid. Siewurden theils als Gefangene nach Brandenburg gebracht,thcils unter die übrigen sächsischen Regimenter gesteckt.

Der König bildete aus dem sächsischen Heere zehn neueprcussischc Regimenter und später noch fünf Grcnadierba-taillone. Zwei sächsische Reiterregimenter wurden anderenprcussischen Regimentern einvcrleibt'). Die üble Behand-lung, welche die Sachsen von den prcussischen Officieren er-fuhren, steigerte ihre außerdem schon große Erbitterung. Werirgend konnte, wurde flüchtig. Obwohl in den Nachtquar-tieren die Hintcrthürcn der Häuser zugcnagelt und fleißigvisitirt wurde, gelangte doch keins dieser prcussisch-sächsischcnRegimenter über 200 Mann stark in seinen Garnisonsort.Schon auf dem Wege nach Halbcrstadr war das RegimentPrinz Clemens nur noch 150 Mann stark. Von einem Re-giment- im Magdeburgischcn waren gegen das Ende desJahres insgcsammt 842 Mann entwichen. Nun hob Friedrichim November 9000 Sachsen zur Ergänzung dieser Regi-menter aus. Die jungen Leute flüchteten in Menge überdie Grenzen und cs mußten gewaltsame Mittel angewendctwerden, um die Rckrutcnstcllung zu bewirken. Im Früh-jahre wurde die Widersetzlichkeit der sächsischen Truppennoch stärker, als sie im Kriege verwendet werden sollten.Vom Rutowskischcn Regimcntc sprengten auf dem Marschevon Dresden nach Bautzen auf einmal 9 Corporale und137 Dragoner fort nach Böhmen und cs entwichen nachund nach von diesem Regimentc, einzeln oder in kleinern

1) Hieraus ergibt sich, daß die Darstellung der Vorgänge bei derReiterei in den Briefen eines alten preußischen Officiers, Hohcnzollern17d0, Lheil Hl, S. 13 u. s. w. sehr übertrieben sein müsse, daß sieaber jedenfalls sehr ungenau ist.