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Buch VN. Zwölftes Hauptstück.
1746 scheu Krieges durch den dresdner Frieden unter dem lautenl. 2an. Jubel des Volks nach Berlin zurückkchrte, ging er gcradcs-wegs zu dem sterbenden Duhan, um dessen letzte Augenblickezu versüßen.
Man muß die zahlreichen Briefe lesen, welche der Kö-nig selbst während der verwickeltsten Verhältnisse und in dengefährlichsten Lagen an seine Freunde schrieb; dann wie un-umwunden er ihre trefflichen Eigenschaften in seinen eigenenDenkschriften auf sic, und in seinen Gedichten anerkannte undwürdigte, um sein ganzes Verhältniß zu ihnen richtig aufzu-fassen. Allerdings waren seinem für Freundschaft so empfäng-lichen Herzen diese meistens so früh dahingeschiedenen Iu'gcndfrcunde die theuersten von Allen. Die zärtlichste Freund-schaft war in der Jugend, die Bande des unerschütterlichstenVertrauens in Zeiten vielfacher Bedrängnisse unauflöslich ge-knüpft worden. Diese Männer hatten sich ihm in jeder Artin voller Hingebung bewährt; so nahe konnten ihm anderenie wieder stehen. So wenig als andere Menschen von rei-ferem Alter, schloß auch er sich später mit gleicher Innigkeit,wie in der Jugend an Menschen an. Einem Könige wardas selbst noch weniger möglich als Anderen. Für ihn warder Verlust unersetzlich. Es blieben ihm wohl noch Fouqmund Winterfeld, es scheint aber als wenn vorwiegend mehrsein Kopf als sein Herz sich zu diesen höchst ausgezeichnetenMännern hingeneigt hätte, welche er immer sehr hoch achtete.
Allerdings gewann der König den General Kcith, der1747. aus russischen Diensten in preussische übertrat, und sogleichzum Feldmarschall ernannt wurde, was auch dessen Bruder,den Lord Marishal bewog, dem Könige besonders in wichti-gen Angelegenheiten als Gesandter an mehreren Höfen zudienen, zwei Männer von hohem Werthe, durch Geist, Bil-dung, Kenntnisse und ehrenwerthcn Charakter, der Königachtete diese beiden Brüder als Krieger und Staatsmännerersten Ranges ausserordentlich hoch, und lebte mit ihnen imvertrauten Umgang — doch die Jugendfreunde konnten sienicht ersetzen, so wenig als Manpcrtuis und der immer sehrgehaltene Algarotti, welcher sich wieder längere Zeit in Ber-lin aufhielt. So viele Mühe der König sich auch gab, den