Siebentes Buch
König Friedrich H. vom I. 1740 bis zum
II. hatte als Kronprinz, vorzüglich während der -
Muße, welche ihm sein vierjähriger Aufenthalt in Rheinsberggewährte, sich durch eigene Anstrengung, ohne Lehrmeister, imUmgänge und Briefwechsel mit wenigen ausgewählten Män-nern, die größtentheils seine Freunde wurden, und durchLesen vorzüglicher Schriften, zum Könige ausgebildet.
In Rheinsberg umgaben ihn der liebenswürdige, zuweilenbis zum Uebermaße heitere und lebhafte Oberst v. Keiserlink,ein feiner, durch Reisen und anstrengende Studien umfassendauch klassisch gebildeter Mann, schon früher Begleiter undFreund des Prinzen, dessen erste Bitte nach seiner Be-gnadigung in Küstrin an den strengen Vater war: ihmKeiserlink wieder zum Umgänge zu gestatten. Er erhielt undliebte ihn zärtlich; ferner Jordan, der, durch den Tod seiner-jungen Frau tief erschüttert, seine Stelle als französischerPrediger in Prenzlau aufgegebcn und auf Reisen durch Frank-reich, Holland und England Linderung seines Schmerzes ge-Stenzel, Gesch. d. Preussisch. Staats. IV. 1
I. 1756.
Erstes Hauptstück.
Friedrich II. in Rheinsberg.