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4 (1851) Von 1739 bis 1756
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Buch VH. Siebentes Hauptstück.

schämt über seine voreilige Verzweiflung und innerlich aufge-bracht über Schwerin, der ihm gerathen, das Schlachtfeld zuverlassen, was er diesem nicht verzieh. Das mochte auchUrsache sein, daß er nicht sogleich den Entschluß fasste, dieOesterreicher zu verfolgen, welche sich in ziemlicher Unordnungnur eine Meile von seinem Lager vorbei ungehindert überGrottkau nach Neisse zurückzogen und damit der gänzlichenAuflösung ihres Heeres entgingen, der sie im Falle eine-Angriffs ausgesetzt gewesen wären. Friedrich erwartete das,was er unterließ, von dem Herzoge von Holstein, welcherjedoch unbeweglich bei Strehlen wie der König dann eben-falls so anderthalb Monate lang im Lager bei Mollwitzstehen blieb.

Siebentes HauptstüE.

Verhandlungen.

Aer Sieg von Mollwitz veränderte die Lage Friedrichs aufeine für ihn sehr vortheilhafte Weise. Er hob ihn über dieClasse unüberlegter Abenteurer empor und die Mächte, welchesein Unternehmen vorher als leichtsinnige Unbesonnenheit be-trachtet hatten, sahen es nun in ganz anderm Lichte. Nichtleicht hat der Ausgang einer andern Schlacht dieses Jahr-hunderts so große, in die Augen fallende Folgen gehabt. DerKönig war nun wieder vollständig Herr der weiten EbenenNiederschlesiens und konnte sich deren Besitz durch die Ein-nahme der Festung Brieg sichern. Das preussische, des Kriegsungewohnte Fußvolk, das man nur für Paraden geeignetgehalten, wurde nun bewundert, nachdem es die alten kriegs-gewohnten Oesterreicher besiegt und selbst gegen deren über-legene tapfere Reiterei unerschrocken das Feld behauptet hatte.Man staunte mit Recht als etwas nie Gesehenes ein Fußvolkan, das man durchbrechen, aber nicht in Unordnung bringen