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Buch VU. Elftes Hauptstück.
Elftes Hauptstück.
Der zweite schlesische Krieg.
sowohl die starken Rüstungen des Königs als seine gegendie Fortschritte der österreichischen Waffen angewendeten Be-mühungen, die Protcstation gegen den Marsch des Heeresder pragmatischen Sanction und der Versuch, ein neutralesReichshecr aufzustellen, hatten wie im Frühjahr so auch wie-der im Herbste des Jahres 1743 Maria Theresias Besorgnisseerregt. Sie hatte angefangen, die Festungen in Mähren zuversorgen, dort Magazine anzulegcn, tausend Mann Land-miliz aus Ungarn und Böhmen hingezogen und bewaffnet undandere Vorkehrungen gegen einen von ihr befürchteten preus-sischen Einfall getroffen'). Friedrich H. ließ jedoch wiederholtdie stärksten Versicherungen geben, er sei fest entschlossen, denbrcslauer Frieden zu halten in der Hoffnung, Maria Theresiadenke ebenso, was diese auch versicherte. In öffentlichenBlättern mehrten sich die Gerüchte, Preußen beabsichtige einenAngriff. Untergeschobene Manifeste und Erklärungen Preußensgegen Oesterreich wurden verbreitet. Der preussische Gesandte1743 in Wien, Graf Dohna, setzte tausend Gulden auf Entdeckung14. Dec. des Urhebers. Der König erklärte diese Gerüchte für Lügenund in einem Rundschreiben an die fremden Mächte, erwünsche den Frieden unverbrüchlich zu halten und erstrebenichts als Beruhigung der kriegführenden Mächte, sowieMaria Theresia zu einem billigen Frieden mit dem Kaiser zubewegen 2). Bei den günstigen Erfolgen der österreichischenWaffen und der ihm bekannten Stimmung König Georgs H.und Maria Theresias wurden Friedrichs II. Besorgnisse fürdie nächste Zukunft endlich zu groß, um ihn nicht zu den
1) Leben Maria Theresias III. S. 38.
2) Ebendaselbst II. S. 535 u. III. S. 566. Heldenleben II. S. 913 ff-u. S. 977. Adelung IV. S. 7. Die Aktenstücke in HaymannS neueröffntem Kriegs- und Friedenßarchive II. S. 8. f.