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4 (1851) Von 1739 bis 1756
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Sechstes Hauptstück. Schlacht bei MollwiH. 99

Sechstes Hauptstück.

Die Schlacht bei Mollwitz.

während dieser Ereignisse hatte der preussische GesandteBorke in Wien, um die über die preusstschen Rüstungen ent-standenen Besorgnisse zu beschwichtigen, auf besonder« Befehl(vom 6. December) mit Ueberreichung zweier eigenhändigenSchreiben des Königs an Maria Theresia und deren Gemahl,diesen der unbeschränkten Freundschaft seines Herrn versichertund ihn beschworen, nebst seiner Gemahlin unbesorgt zu sein.

Die Zeit werde zeigen, wie gut cs der König meine, dessenEinrücken in Schlesien unvermeidlich und zur Erhaltung deSGleichgewichts in Europa und der Reichsverfassung, beson-ders aber für die Sicherheit des Hauses Oesterreich nothwen-dig sei. Der König wolle auch die weiter dazu geeignetenMaßregeln mit den Seemächten und Rußland verabreden.

Der Großherzog wunderte sich nicht wenig über diese Aeusse-rung, er war aber noch immer nicht völlig im Klaren überPreussens eigentliche Absichten'), obgleich, wie schon erwähnt,

freilich zu spät ernstliche Vorkehrungen zur Vertheidi-gung Schlesiens getroffen wurden. Als endlich der am 9. 1740December von Berlin abgereiste Graf Götter als ausseror- 17. Decdeutlicher Gesandter in Wien ankam, erhielt er, weil ihn dieaufgebrachte Königin gar nicht sprechen wollte, am folgendenTage Gehör bei dem Großherzoge, ihrem Gemahl. Götterzeigte diesem an, er habe keine förmlichen Anträge zu machen,sondern nur seine (vom Könige unterm 15. November eigen-händig niedergeschriebenen) Verhaltungsbefehle mitzutheilen.

Der Eingang derselben, den er sich jedoch abschriftlich zugeben weigerte, drückte Besorgnisse vor einem Einfalle derSachsen und Franzosen in die österreichischen Staaten aus.

Der König bezeugte sich bereit, dem Hause Oesterreich Hülfe

I) Raumer S. 88.

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