364 Buch VH. Dreizehntes Hauptstück.
ständig umzuändern. Immer wird den übrigens so scharf-sinnigen Mann mit Recht der Vorwurf treffen, dem Kitzelnicht haben widerstehen zu können, durch nnnöthige Sarkas-men Menschen zur Rache gereizt zu haben, deren Macht,ihm zu schaden, ihm bei genauer Untersuchung nicht völligentgehen konnte, und vergessen zu haben, daß diese Men-schen Weiber waren.
Dreizehntes Hauptftück.
Ursprung des dritten schlesischen oder siebenjährigen
Krieges.
Das Emporkommen Preussens als eines neuen Staats vomersten Range war für die größeren Mächte natürlich sehr un-bequem. Den Neid der kleineren Staaten hatte es in hohemGrade erregt. Friedrich II. stand ausserdem mit den mächtig-sten Fürsten Europa's, wie mit den meisten Deutschlands ineinem, man kann wohl sagen, persönlich feindlichen Verhält-nisse, welches nur bei einigen derselben aus politischen Rück-sichten von Zeit zu Zeit mehr oder weniger zurücktrat. Wirhaben ihn ja selbst sagen hören, Nachbar oder Feind sei ihmgleichbedeutend. Seine gesammtc Denk- und Handlungsweisewar von der aller andern lebenden Fürsten so unendlich ver-schieden, daß diese das Uebergcwicht persönlicher Ueberlcgen-heit um so stärker empfanden, je nachdrücklicher Friedrich seineerrungene Macht zu benutzen wußte und je größer die Be-sorgnisse waren, welche er überall dadurch erregte. Wir ha-ben sein durchgreifendes Verfahren gegen die Fürsten kennengelernt, welche ihn als ihres Gleichen ansahcn, sein durchRuhm und Macht gehobenes Selbstgefühl gegen großeMächte, welche ihn nicht als ihres Gleichen betrachteten,