Die Kirche.
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Hütern Proselyten zu machen und dadurch Unzufriedenheit zuerregen. Weil er gehört hatte, die Verjagung der Schwenk-fcldcr nach England und Pennsylvanien sei dem schlesischenGarn- und Leinwandhandcl sehr nachthcilig gewesen, so be-fahl er schon bald nach seinem Einrücken in Schlesien, daßdie noch im Lande befindlichen Schwenkfeldcr ferner geduldetwerden sollten, allein die Hoffnung, daß die nach Amerikaausgewandcrtcn zurückkehren würden, ging nicht in Erfüllung.Seitdem sic übrigens nicht mehr gedrückt wurden, mildertesich auch der alte Eifer für ihre eigenthümlichen Glaubens-sätze und Lebcnsansichten sehr').
Sehr selten griff der König unmittelbar in die kirchlichenAngelegenheiten der Evangelischen ein, wenn er auch mehr-fach Kirchen- und Pfarrbauten unterstützte. Die Glaubens-sätze aller Religionsparteien waren ihm an sich sehr gleich-gültig, er richtete sich in seinen Ansichten und Handlungennur nach dem Staatsinteresse. Von diesem aus hielt er dasevangelische Kirchenthum für vortheilhafter als das katholische,vorzüglich weil die Protestanten im Allgemeinen im Fürstenauch das Oberhaupt ihrer Kirche sahen, während die Katho-liken unter einem auswärtigen sremden Haupte standen. Zu-gleich war von der protestantischen Geistlichkeit kein so ge-schlossener Widerstand gegen Maßregeln der Regierung zubesorgen als von der katholischen, obwohl auch bei dieser da-mals, wie wir sahen, die Kirchengewalt von der Staatsgewaltweit überwogen wurde.
Der König verlangte von den Geistlichen Demuth undwollte sie daher nicht mit vielen hohen Titeln und Würdenausstattcn. Sein Wunsch, die Gemeinden möchten bei Be-setzung der Pfarrstellen mehr als bisher berücksichtigt werden,blieb ohne Wirkung. Besondere Erbauungsstunden und Con-ventikel zu halten verbot der König, welcher jeder Kopfhan-gerei und Frömmelei abgesagter Feind war. Die Geistlichensollten den Gottesdienst in der Kirche halten und von alleraffectionalen Singularität gänzlich abstehen. Wie das Heer,den Adel, die Stadt- und Landbewohner, so hätte er auch
>) Hensel's Kirchengcschichte S. 737.