Das Heer.
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länger zu dienen'). Immerfort erneuerten sich daher dieUebergriffe der Officiere. Als der König im Carneval desJahres 1749 in Berlin eine Anzahl langer stattlicher Leuteals Diener vornehmer Damen sah, äußerte er, es wäre wohlbesser, wenn diese Soldaten würden. Sofort durchstreiftenPatrouillen Berlin und schleppten Kaufdiener, Barbicrgesellen,Bediente, welche sie von den Wagen hcrunterrisscn, und vieleandere Leute nach den Wachen. Allgemeiner Schrecken er-griff die Bewohner, die Kauflcutc schlossen ihre Läden undjunge Leute wagten sich nicht auf die sogleich menschenleereStraße. Als der König dies erfuhr, ließ er sofort alle ein-gczogenen Personen in Freiheit setzen, die Urheber der Ge-waltthat festnehmen, die Kaufmannschaft, Fabrikanten undvornehmen Bürger auf dem Rathhausc versammeln, und ih-nen die bündigsten Versicherungen geben, daß kein Mensch,der zu ihrer Elaste gehöre, er möge so lang sein, als er wolle,angeworben oder zum Kriegsdienst gezwungen werden solle,was denn allgemein beruhigtes. Dennoch gestattete er imJahre 1749, daß das Dohnaische Regiment einen königsber-gcr Studenten zum Soldaten nähme, doch sollte cs mit gu-ter Manier geschehen, damit kein Lärm und Exceß vor-gingen ').
Die barbarische Strenge, mit welcher unter solchen Ge-worbenen die Kriegszucht erhalten werden musste, hatte längstSchrecken vor dem Dienst im preussischen Heere verbreitet.Es ist charakteristisch genug, daß der König eine Circular-ordre an alle Behörden zur Veröffentlichung erließ, in wel-cher er sein Mißvergnügen ausdrückte, daß seit einiger Zeitdie Desertionen einiger Ossiciers gemeiner geworden, als sol-ches sonsten geschehen und zugleich befahl, solche dreimal zucitiren, dann ihr Bildniß an den Galgen zu hängen. Pa-tente zur Verhütung der Desertion der Soldaten waren so-gleich mit dem Einmärsche der Preuffen in Schlesien, dann
1) Das waren freilich lauter Ausländer. Urkunde in Preuß, Ur-kundensammlung I. S. >71 v. Z. 1749.
2) Konig'S Berlin, V. S. 129.
3) Preuß LH. V. S. -161.