Der Adel.
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gimenter einstehcn. Das, was der König so beabsichtigte,war recht schön, doch daß er die Enrollirten nicht als Leib-eigene ihrer Hauptleute betrachtet wissen wollte, zeigt, daß esgeschah. Die Cantonseinrichtungen seines Vaters') behieltcr im Wesentlichen bei, milderte aber dieselben durch strengeOrdnung und Aufsicht, und indem cr nach und nach dieStädte Potsdam, Berlin und eine ziemliche Anzahl anderervorzüglich schlesischer Städte, ferner die sechs schlesischen Ge-birgskreisc und die Provinzen Cleve und Ostfriesland canton-! frei machte; ferner ein für allemal festsetzte, daß die Söhneder Kauflcute, Rentiers, Künstler, Fabrikanten, der königli-chen Beamteten und überhaupt, die 6000 Thalcr Vermögenhätten, von aller Aushebung und Werbung ganz frei seinsollten. Es geschah das nicht eben aus besonderer Schonung,vielmehr wurden die Städte befreit, damit sie an Einwoh-nern zunähmen, einige Kreise und Provinzen, weil bei derLage derselben an den Grenzen und zwischen anderen Ländernoder, wie in Ostfriesland, wegen des Freiheitssinnes der Be-, wohncr, die Aushebungen schwer auszuführen waren; dieWohlhabenden wurden überhaupt ausgenommen, weil sieausserdem würden das Land verlassen haben. Bei den Aus-hebungen wie bei den Werbungen sah man vorzugsweiseimmer noch auf Leute einer gewissen Länge, weil man sie fürdie stärksten und zum Ertragen von Beschwerden geeignetstenhielt, weshalb auch die Söhne vieler sonst Befreiten dienenmußten, wenn sie 5 Fuß 10 Zoll lang waren. Seit demAugust 1743 sollten die Landräthe und Magistrate nichtsweiter mit den Rekrutenlieferungcn zu thun haben, sondernblos Ofsiciere und Beamtete der Kriegs- und Domainen-kammern.
Um jedoch dem platten Lande nicht zu viel arbeitsameHände zu entziehen, wurde nicht nur fast die Hälfte der Aus-^ gehobenen im Frieden wieder entlassen, sondern auch jährlich7—8000 Mann geworben, so daß die Geworbenen etwa dieHälfte des ganzen Heeres ausmachten. Diese bestanden gro-ßenteils aus nichtsnutzigem Gesindel aller Länder, welches viel
i, I) Band III. S. 358.