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Buch VlI. Achtes Hauptstück.
derben der Stadt geschmiedet worden, denen der König nachdem Natur- und Völkerrechte habe zuvorkommen müssen, indessen Namen er jedoch allen Einwohnern ohne Glaubens-unterschied des Königs Schutz und Gnade und allen Theil-nehmern der gefährlichen Anschläge Amnestie zusicherte. DerMagistrat und die versammelten Bürger leisteten darauf denverlangten Huldigungseid ohne Widerspruch. Die 750 Mannstarke Stadtmiliz mit den Officieren schwor ebenfalls und er-hielt einige hundert Thaler zur Ergötzlichkeit. Die Schlüsselzu den Zeug- und Kornhäusern und dem Pulverthurme nahmSchwerin an sich, rief dann auf der äussern Treppe des Rath-hauses, den Hut schwenkend: „Es lebe Friedrich, König inPreussen, Herzog in Schlesien!" was von dem versammeltenVolke und den Soldaten vielfach wiederholt und der glücklicheAusfall dem Könige durch Lösung der Kanonen gemeldetwurde, welche dazu in Zwischenräumen bis Strehlen aufgestelltworden waren. Die Thore wurden wieder geöffnet, Alles1741 verhielt sich ruhig und friedlich.
11. Aug. Am folgenden Tage leistete die gesammte Bürgerschaft
den Huldigungseid, die lutherische Geistlichkeit den Hand-schlag '), weil der König zutrauensvoll den Eid nicht ver-langte. Die katholische Geistlichkeit besann sich noch. EinHerold warf im Umherreiten goldene und silberne Münzenaus. Schon an diesem Abende wurden alle ausserordentlichenSicherheitsmaßregeln beseitigt, die Truppen cinquartiert, Alleswar ruhig und in Ordnung und Breslau preussisch. Am nächsten
12. Aug. Tage gelobte auch die katholische Geistlichkeit sowie sämmt-
liche Stifte und Klöster dem Könige durch Handschlag Treue,nur die Mitglieder des Domcapitels und des Collegiatstistszum heiligen Kreuze weigerten sich dessen, weshalb sie, nach-dem eine ihnen gestattete Bedenkzeit von 14 Tagen abgelaufenwar, auf königlichen Befehl binnen 48 Stunden Breslau und
1) Kundmann S. 515 bemerkt mit besonderm Wohlgefallen, daßder Feldmarschall Schwerin sich vom Inspektor Burg, dem ersten evan-gelischen Geistlichen der Stadt nicht habe wollen die Hand küssen lassen,ihn vielmehr mit vieler Zärtlichkeit auf beide Wangen, die übrigenGeistlichen aus eine Wange geküsst.