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4 (1851) Von 1739 bis 1756
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Einnahme Breslaus. Huldigung.

aufstellten, zum Theil auf den Wällen nach dem schweidnitzerThore zu drangen und sich desselben bemächtigten. Zu gleicherZeit wurden auf der Zugbrücke des ohlauer Thores mehrereWagen gefahren, welche das Aufziehen derselben hinderten,wahrend einzelne Preussen, scheinbar mit den Wagen beschäf-tigt, über die Brücke in die Stadt kamen und, als sie zahl-reich genug waren, die sorglose Wache entwaffnten, woraufAndere in Masse durch das Thor einrückten und sich zugleichder Wälle und Schanzen bemächtigten. Als nun der Stadt-major v. Wuttgenau in der Meinung, die Preussen folgtenihm, zur Herrenstraße gelangte, kamen ihm andere Preussen,welche zum Sandthore und Mühlpförtchen eingedrungen waren,bereits entgegen. Als er sich umsah, bemerkte er erst, daßihm nur die Handpferde der Ofsiciere gefolgt waren. DieTruppen hatte Prinz Leopold von Dessau eilig auf den Marktgeführt und diesen besetzt, während einzelne Abtheilungen sichdes Zeughauses, des Rathhauses und der Hauptwache be-mächtigten. Auf allen Plätzen und Hauptstraßen waren Ka-nonen aufgepflanzt, starke Rciterhaufen durchzogen die Stadt,deren Thore geschlossen wurden, der Marschall Schwerin for-derte den Stadtmajor, welcher ihn darüber zur Rede stellte,auf, seinen Degen einzustecken, weil der König befohlen habe,die Stadt in Besitz zu nehmen. Alles das geschah im Zeit-räume von anderthalb Stunden, wesentlich ohne Gewalt-thätigkeiten. Man ließ sogar meistens die Stadtwachen nebenden preussischen stehen. Anfänglich entstand großer Schreckenunter den Bürgern und vorzüglich unter der katholischen Geist-lichkeit, als man aber inne wurde, daß die Preussen in völ-liger Ordnung blieben und nirgends plünderten, legte sichdas bald.

Der Feldmarschall Schwerin berief sogleich um 9 Uhrden Magistrat, die Aeltesten der Kaufmannschaft und Zünfteauf den Fürstensaal des Rathhauses und theilte ihnen inGegenwart der Geheimen Räthe Reinhard und Münchow all-gemein mit, daß der König zur Besetzung Breslaus bewogenworden, und legte die ihm (1. August) ertheilte Vollmachtvor, den Huldigungseid anzunehmen. Der Geheime RathReinhard erklärte, daß heimlich geführte Rathschläge zum Ver-