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Buch VII. Sechstes Hauptstück.
weitern Verhandlung einzugehen'), allein nun zeigte es sich,Laß Götter gar keine Vollmacht dazu hatte, auch rücksichtlichdes guten Theils von Schlesien, welchen er forderte, sichnicht bestimmt erklären konnte y. Maria Theresia aber warim Gegensätze zu ihrem schwachen Gemahl aus Familien-,politischen und selbst religiösen Gründen gegen jede auch diekleinste Verletzung der in ihren Augen heiligen pragmatischenSanktion. Sie besorgte übrigens mit Recht, jede Nachgie-bigkeit ihrerseits werde vergrößerte und neue Ansprüche an siezur Folge haben. Die lebhafte Theilnahme der Seemächte,vorzüglich Englands für sie, die Hoffnung auf Rußland unddas noch unbestimmte Verfahren Frankreichs bestärkte siedarin, den ihr schimpflich dünkendcn Antrag eines Fürstenzurückzuweisen, den sie, die stolze Erbin so vieler Kaiser, alsweit unter ihr stehend ansah, dessen ganzes Wesen?dem derstreng religiösen, ja bigotten Frau vollkommen entgegengesetzt1741 war, von dem sie sich auf unwürdige Weise hintergangen5. Jan. hielt. Bald darauf ließ sie dem preussischen Gesandten schrift-lich antworten, der König, dessen Freundschaft sie auf allemögliche Weise zu erhalten gesucht, habe ihre Staaten mittenim Frieden unter dem Vorwände überfallen, das sei daseinzige Mittel, die Ruhe derselben zu erhalten. Jeder Reichs-stand sei vermöge der goldenen Bulle und der vom Reicheangenommenen pragmatischen Sanction zu ihrem Beiständeverpflichtet. Dazu beständen Bündnisse mit den Seemächtenund Rußland, ihre Staaten zu erhalten, nicht aber ihr einenTheil zu nehmen. Die Wahl des Kaisers müsse frei sein,und werde durch Unruhen im Reiche nur gestört. Man habeniemals Krieg angefangen, um einen Fürsten zu zwingen,dargebotenes Geld anzunehmen, auch belaufe sich der Betragdessen, was der König in Schlesien bereits erhoben und ge-schadet, auf weit mehr als die zwei Millionen, welche er
1) Man sieht das aus einem Schreiben des englischen Ministers inWien vom 28. Februar 1741, bei Adelung l. S. 271, wo der vonGötter gemachte Vorschlag des Großherzogs eigener Plan genannt wird.Wergl. Adelung II. S. 281, über das Gerücht von einem frühemPlane. So wird auch was Ranke II. S. 197 sagt zu verstehen sein.
2) Bei Raumer S. 99 Bericht Robinsons vom 4. u. 7. Jan. 1741.