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Buch VH- Erstes Hauptstück.
„kann man nur durch Erbfolge, Wahl des Volks') oder durchEroberung in Folge eines mit Recht unternommenen Krieges,Herr eines Landes werden. Ein zufriedenes Volk denkt nichtan Empörung, ein glückliches fürchtet mehr seinen Fürstenund Wohlthäter zu verlieren, als dieser besorgt zu sein braucht,seine Gewalt vermindert zu sehen. Nur die Tyrannei derRegierungen bringt die Völker zur Empörung." Er fragtdann, welch ein Recht der Fürst habe, seine Staaten aufKosten des Glückes anderer Menschen zu vergrößern? underklärt sich gegen neue Eroberungen, vorzüglich, weil der Ehr-geiz nie genügsam, sondern unersättlich sei und viele Men-schen nur der Einfälle eines Einzelnen wegen unglücklichwürden, der es oft gar nicht verdiene von der Welt gekanntzu werden.
Muth und Gewandtheit fänden sich ebenso bei demStraßenräuber wie bei dem Helden, nur daß diesem Lorbeeren,jenem der Strick zu Theil wird. Der Krieg an sich istschrecklich, ein Unrecht und eine tyrannische Grausamkeit, so-wohl gegen die Nachbarn als gegen das eigene Volk. DieUrsachen zum Kriege sind sorgfältig zu erwägen, damit einFürst sich nicht das vergossene Blut seiner Unterthanen vor-zuwerfen habe. „Cäsar Borgia mag das Muster der Macchia-vellisten sein, das meinige ist Marcus Aurelius." Der wahreRuhm bestehe darin, gerecht und menschenfreundlich und nurdann kriegerisch zu handeln, wenn es die Ehre, Abwehr vonGewalt und Rettung der Völker von Unterdrückung erfordere.Uebrigcns könne auch ein Fürst nicht ungestraft Böses thun,jedenfalls werde sein Ruf vernichtet, sein Name mit Abscheugenannt werden und der Fluch seiner Unterthanen seine Strafesein. Das sicherste Mittel, über ererbte und eroberte Länderzu regieren, bestehe darin, das Wohlsein der Unterthanen sounzertrennlich mit dem Interesse der Fürsten zu verbinden,
1) Diese Ansicht, daß die Fürsten ihre Erhebung ursprünglich nurder Erwählung durch die Völker verdankten, hat er auch in seiner Ab-handlung über den gegenwärtigen Zustand Europas auseinandergesetztund noch im I. in seiner Abhandlung: 8ur les korwes äs ßvu-vernsmsnt et sur Iss äevoirs äs» xrince», Oeuvre» 1. IX. p. 196,ist er ihr treu geblieben.