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Buch VII. Erstes Hauptstück.
bilden'). Auch an den Gartenanlagen, den Park- und Obst-baumpflanzungen wie dem Bau der Treibhäuser nahm erpersönlich Anthcil.
Der berühmte Anton Pesne entzückte durch seine Gemäldeden Prinzen bis zu dichterischen Ergüssen und wirkte unstreitigwesentlich auf dessen Geschmacksbildung'). Friedrich kauftevon Zeit zu Zeit Werke großer Meister, deren Werth er sehrwohl zu beurtheilen verstand, und gründete später die Bil-dergalerie in Sanssouci. Er liebte in Gemälden nur dieserschönen Kunst eigentlich entsprechende Gegenstände. Als ihmein junger talentvoller Maler eine Märtyrerscene von erschüt-ternder Wirkung zeigte, rief er lebhaft: „Nehme er es weg,ich mag dergleichen nicht sehen; es ist grausam; die Malereisoll ergötzen, nicht betrüben^)." Er kaufte auch plastischeWerke der schönen Kunst und ließ später deren viele von fran-zösischen Meistern anfertigen.
Allen andern schönen Künsten jedoch zog er die Musikvor, welche er mit den Gebrüdern Graun und Franz Bendaund früher mit Quanz trieb. Er studirte sie sogar, wie erFasch sagte, um zu wissen, wie sie gemacht werde, weil vieleMusiker das nicht verständen, die andern aber sehr gelehrtdamit thätcn, „als wenn unser einem das überhohe Dingewären." Seine angenehmste Erholung war Flöteblasen. Erhatte dieses Instrument, wie wir gesehen haben, schon sehrfrüh ausserordentlich lieb gewonnen, und blies es mit äusserstseltnen Unterbrechungen, selbst während aller Stürme dessiebenjährigen Krieges täglich mehrmals, theils allein, theilsin Privatconcerten. Ohne große Fertigkeit in Ueberwindungbloßer Schwierigkeiten und mit geringem Feuer im Allegro,trug er dagegen das Adagio mit tiefer Empfindung und edlerEinfachheit ergreifend und oft bis zu Thränen rührend vor.Erst im späten Alter, seitdem ihm zur Zeit des bairischenErbfolgekrieges der Mangel der Vordcrzähne das Blasen er-
1) Königs Berlin V. 2. S. 189.
2) Doch war auch Pesnes beste Zeit schon vorüber, wie denn unterFriedrich Wilhelms 1 Regierung alle Künste unter schwerem Druckelebten. Königs Berlin a. a. O. S. 193.
3) Rödenbecks Beiträge II. S. 538.