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4 (1851) Von 1739 bis 1756
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Rheinsberg. Wissenschaften, Sprachen. 11

gethcilt ist, nie einstimmig durch Entscheidung einer Akademiefestgestellt werden wird. Dazu kommt, daß die Gelehrten,weil fie wenig Sorgfalt auf ihre mit Schulstaub bedecktenKleider wenden, von den Fürsten im Allgemeinen verachtetwerden, und weil auch ein großes Misverhältniß zwischeneinem Kopfe voll guter Kenntnisse und dem leeren Gehirnder großen Herren ist. Diesen ahmen die Hofleute nach, undschätzen Männer gering, die tausendmal mehr werth sind alssie." Auch als König befahl er, alle auswärtigen Angelegen-heiten ausser den Reichssachen in französischer Sprache zubesorgen. Er sprach und schrieb daher das Deutsche auch inFolge seiner mangelhaften Erziehung schlecht, und bedientesich überall, wo es thunlich war, des Französischen, dessen er,wenn auch nicht orthographisch, doch übrigens fast vollkommenmächtig war.Vorzüglich die französische Sprache," schrieber an Voltaire,verdient es, daß man sie wegen ihrer Ele-ganz, Feinheit und der eigenthümlichen Kraft ihrer Wendun-gen studire." Ausser den französischen und italienischen laser vorzüglich griechische Classtker, deren Ursprache er nichtverstand, ebenso englische und selbst deutsche Werke in franzö-sischen Uebersetzungen, die er zum Theile deshalb neu anfer-tigen lassen musste. Vorzugsweise wählte er überhaupt ge-schichtliche, philosophische und schönwissenschastliche Schriften.Ich sehe wenig Fremde," schrieb er,und gehe mehr als mitLeuten der Gegenwart mit den Classikern des Alterthums undder vergangenen Jahrhunderte um."

Der Freiherr von Knobelsdorf, der den Bau des Schlossesin Rheinsberg in edlem Style vollendete, wirkte sicher in dieserBeziehung vortheilhaft auf die dann durch eigenes Studiumbeförderte Ausbildung Friedrichs, so daß dieser später dieEntwürfe zu den wichtigen, von ihm ausgeführten Bauwerkenselbst anfcrtigte.Ich habe einen mittelst eines Säulengangesmit der Bibliothek verbundenen Thurm bauen lassen," schrieber an Voltaire,auf welchem ich eine Sternwarte anlegenwill. Das untere Stockwerk bildet eine Grotte, das zweiteden Saal für physikalische Instrumente, das dritte eine kleineBuchdruckerei." Doch hatte Friedrich nicht hinreichende Ge-legenheit gehabt, um seinen Geschmack sicher genug auszu-