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Vier Predigten aus dem Lied der Lieder
Entstehung
Seite
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dunkeln Grunde einer armen Sündersecle. Darumsagt Johann Angelus: »War ich ein Seraphin, sowollt ich lieber seyn dem Höchsten zu gefallen, dasschnödste Würmelein.«

Ja freilich die Morgensterne loben Ihn mitein-ander, auch wenn sie schweigen; und in wunderbaremGlanze wird an ihnen die Klarheit dessen sichtbar, dersie machte. Aber von allen Werken in der Welt, lobtkeins den Meister mit so lautem Schalle, als dasGnadcnwcrk, im Herzen eines abgewichcncn Sündersausgcrichtct. In einer unerhörten Glorie erscheint dades Herrn Macht und Liebe. Denkt nur; ein fluch-würdiger Sünder wird plötzlich heilig; wie David sagtin einem Athen:: ich bin elend und arm und binheilig. Ein Knecht des Argen verwandelt sich in eintheures Gottcskind; ein verfinstertes Geschöpf wirdLicht, wie die Sonne, weil sein Licht kommt; ein ab-gestorben Holz beginnt zu grünen und zu blühenund in einem Sumpfe malt sich ab das Strahlcnbildder heiligen Gottheit und was der Wunder mehrseyn mögen. Welch eine Offenbarung der Herrlichkeitdes Herrn! Welche Verklärung seines Namens, seinerunbeschrankten Macht und unausforschlichen Barmher-zigkeit es ist zum Erstaunen! Wie, sollte der Herrnicht seine Lust und Augenweide haben an solchen Wer-ken seiner Hand? Er will es sehen dieses Werk, undin demselben sich seiner Selbst freuen. Zeige mir deineGestalt, und laß mich hören deine Stimme; denn deineStimme ist süße, und deine Gestalt ist lieblich. Aberwarum denn: »zeige mir deine Gestalt?« warumdenn: »laß mich hören?« Was sagt der Bräutigam?