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Vier Predigten aus dem Lied der Lieder
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den Fclslöchcrn, in den Steinritzen« spricht derHerr.

Nun sehet doch einmal an das schwache wehrloseVöglein, wie cs da so stolz und sicher sitzet in sei-nem Felsen, wie ein König in seinem Schloß wieein Feldherr in seinem Lager, und bietet Trotz derganzen Welt. Da schießt kein Jager hinauf; keinGeier dringt in diese Wohnung ein; keine Schlangespricht bis hiehcr ihr Gift; und wie auch tief untenim Thal die Wölfe untcrciuandcr heulen: die Taubelachet ihrer in ihrer Festung und sichet getrost hin-aus in das Getümmel: Die Wolken jagen darüberhin und donnern; aber das schreckt sie nicht. DieBlitze fahren kreuz und quer herum, aber der Felsenschmilzt in ihrem Feuer nicht. Der Sturm wirft Bergeum und entwurzelt starke Baume; aber das Haus,darin die Taube wohnt, ist fcstgcgründet das wanktund weichet nicht.

In den Fclslöchcrn also wohnt die Taube. Laßnun das Naturbild zurückwcichen, und richte cs geist-lich, so tritt statt des Felsen, Christus vor dein Auge,der Fels des Heils und statt der Felseuspalten sichestdu seine blutige Wunden und in ihnen ruhend alsTaube die begnadigte, gläubige Seele. Fürwahr,die hat die rechte Ruhestadt gefunden! Nicht ihr, dieihr euch scstgcnistet in den dürren Reisern eurer ei-genen Gerechtigkeit. Siche, die Reiser werden ver-brennen im Feuer des Gerichts> und ach! der armeVogel mit. Nicht ihr, die ihr fest hangt zwischen demLaubwerk eures eigenen Frommseyns, und davon euerHeil erwartet. Ach glaubet nur, dieses Laubwerk wird