25
schirmet; und das Schwerdt, das für uns haut, unddie Festung, die uns umfähet. —
Tauben, das wißt ihr, lieben ihren gewohntenGeburtsort. Und ob ihr zu dem geistlichen Tauben-schwarm gehört — wollt ihr das wissen? Forschet,wie euch zu Muthe ist in der Welt, wohl oder weh— daran könnt ihrs erkennen. Ist man eine TaubeJesu, aus Ihm geboren, so ist einem wehe, engund bange, allwo Er nicht ist; das muß allezeit zu-treffen; so kann man in weltlicher Gesellschaft undweltlichen Getriebe nimmer seyn mit Lust und Beha-gen, als ob man da zu Hause wäre; sondern man istdaselbst mit Unruhe und Beklemmung — und dasHerz kommt in eine Art Athcmsnoth, und hebt dieFlügel, das Weite zu suchen. Wie einem kleinenKindlein gar bange wird unter fremden Leuten, und csnicht aufhört zu fragen, wo doch die Mutter sey?Und wie einem Verbannten in der fremden Zone, dieSeele sich ausdchnt in unaussprechlichem Heimwehnach dem Lande, da er geboren ward, so ungefährist den Tauben Christi zu Muthe in der Luft dieserWelt. Nein, da können sie nicht leben noch ausdau-ern; sie müssen immer nach der Mutter fragen —und recht wohl ist ihnen nirgends, als in der Luft,die um Jerusalems Berge blaset. In der Welt habtihr Angst, sagt Christus; das ist eins von den un-trüglichsten Kennzeichen des Gnadcnstandes.
Indem wir nun von Tauben sprechen, denkt viel-leicht mancher unter euch auch an die bekannten Brief-tauben des Alterthums — und ineint, ob nicht diegeistlichen Tauben der Art auch etwas wären? Ei