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Vier Predigten aus dem Lied der Lieder
Entstehung
Seite
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mit voller Klarheit und Gründlichkeit zum erstenmalin ihrem Leben, wie der Mensch Null sey, und seinKönnen und Vermögen Null, uud wie er durch dieSünde in der allcrfürchtcrlichstcn Ohnmacht darniederliege. Nein, daß cs so traurig mit ihm aussche,daß er so in sich abgestorben sey, daß er nicht ein-mal vermöge, aus sich selbst sein Herz in Liebe zu er-wärmen, gegen den größten aller Wohlthätcr, dentreusten aller Freunde, daß er nicht einmal sich selberden Mund öffnen könne zum Preis und Lobe dessen,der wie Keiner im Himmel und ans Erden, des Lobes,Dankes und des Preises würdig ist, daß er nichteinmal im Stande sey, aus sich selber sich zu freuenüber die größte Segnungen, sich im Gebet zu Gottemporzuschwingen, und seine Lust zu haben an demHerrn und seinen Gütern, und daß selbst die aller-trefflichsten Mittel viel zu schwach seycn, um den Felsseines Herzcs in Andacht, Liebe und heiliger Rührungzu zerschmelzen, nein, das hatte sie nimmer ge-dacht, nimmer sich träumen lassen! Wie hätte esihr je cinfallen können, die menschliche Natur für soverwüstet zu halten. Aber nun gingen ihr erst aufdem Wege der Erfahrung die Augen auf über dieganze Zerrüttung der Natur. Nun erst fühlte siees recht, wie des Menschen Leben von Natur nur einTod sey und kein Leben; nun erst erkannte sie sichin ihrem ganzen Verfall, in der ganzen Kraft- undSaftlosigkeit ihres Wesens und Willens, in ihrer gro-ßen Verkommenheit und Hülfsbedürstigkeit, undwar cs ihr bisher genug gewesen, einen BräutigamZn haben, der ihr viel Gutes that, und der Freuden