Liebe, die da ihren Grund hat in dem Bewußtseyu,Christus ist mein Blutbürge, der mein Leben aus derHölle gerissen hat, und dem ich's danke, daß dasFeuer des Gerichts mich nicht verzehret? — War eSjene Liebe, die da geankert ist in dem beugenden Ge-fühl: ich bin nicht wcrth, daß die Sonne mich beschei-net, und Christus hat die Himmel verlassen, um mei-netwillen, — um meine, den Teufeln verfallene Seelezu retten und mit seinem Leben zu erkaufen? — Wares jenes Anhängen an ihn und jenes Fcstklammern,das seinen Grund hat in der lebendigsten Anerkennungunserer gänzlichen Ohnmacht, Nichtigkeit und Untüch-tigkeit, und in der Ueberzcugung, daß man jeden Au-genblick von Christi Gnade leben müsse? — O nein,so weit reichte unser Blick noch nicht, weder in unsselbst und die Tiefe unseres Verderbens, noch in denAbgrund der Verdienste Christi. Wir hatten nur erstoben abgeschöpft, sowohl vom Pfuhle unserer Ver-wüstung, als von dem grundlosen Meere der Liebeund Barmherzigkeit des Mittlers. Nur oberflächlichkonnte drum auch unsere Liebe zu ihm scyn. — Ein-zelne Sünden waren uns wohl schon vor die Augengekommen, aber unsere Sündigkeit noch nicht; — diese,jene Uebertrctung, aber noch nicht der ganze wüsteund zerrüttete Grund unseres Herzens; — ein und derandere Auswuchs, aber noch nicht der böse Saft, deruns durchströmt, noch nicht das ganze Bild Belials,das wir in uns tragen. Mit einem Wort: wir wa-ren für Christum noch nicht eingenommen, des süßenGeschmacks seiner Gaben wegen, als daß wir durchdas Gefühl unseres Elendes und seiner Unentbehrlich-
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