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Vier Predigten aus dem Lied der Lieder
Entstehung
Seite
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Liebe, die da ihren Grund hat in dem Bewußtseyu,Christus ist mein Blutbürge, der mein Leben aus derHölle gerissen hat, und dem ich's danke, daß dasFeuer des Gerichts mich nicht verzehret? War eSjene Liebe, die da geankert ist in dem beugenden Ge-fühl: ich bin nicht wcrth, daß die Sonne mich beschei-net, und Christus hat die Himmel verlassen, um mei-netwillen, um meine, den Teufeln verfallene Seelezu retten und mit seinem Leben zu erkaufen? Wares jenes Anhängen an ihn und jenes Fcstklammern,das seinen Grund hat in der lebendigsten Anerkennungunserer gänzlichen Ohnmacht, Nichtigkeit und Untüch-tigkeit, und in der Ueberzcugung, daß man jeden Au-genblick von Christi Gnade leben müsse? O nein,so weit reichte unser Blick noch nicht, weder in unsselbst und die Tiefe unseres Verderbens, noch in denAbgrund der Verdienste Christi. Wir hatten nur erstoben abgeschöpft, sowohl vom Pfuhle unserer Ver-wüstung, als von dem grundlosen Meere der Liebeund Barmherzigkeit des Mittlers. Nur oberflächlichkonnte drum auch unsere Liebe zu ihm scyn. Ein-zelne Sünden waren uns wohl schon vor die Augengekommen, aber unsere Sündigkeit noch nicht; diese,jene Uebertrctung, aber noch nicht der ganze wüsteund zerrüttete Grund unseres Herzens; ein und derandere Auswuchs, aber noch nicht der böse Saft, deruns durchströmt, noch nicht das ganze Bild Belials,das wir in uns tragen. Mit einem Wort: wir wa-ren für Christum noch nicht eingenommen, des süßenGeschmacks seiner Gaben wegen, als daß wir durchdas Gefühl unseres Elendes und seiner Unentbehrlich-