und bezeichnen, die nach des Verfassers besterUeberzeugung, nicht etwa durch ein willkührlicheöAllegorisiren ins Bibelwort gewaltsam hineinge-zwangt, sondern auf dem Wege der Auslegungund Entwickelung aus dem Texte frei hervorge-wachfen seyen. — Der Verfasser bekennt stch mit-hin, in Ansehung des Hohenliedes zur mystischenAnsicht, nicht sowohl darum, weil sie die Ansichtder Kirche und ihrer heiligen Altvater ist, son-dern vielmehr, weil er glaubt, daß ihm hier derGeist gezeuget habe, was Wahrheit sey. —Indem der Verfasser denjenigen gerne undneidlos ihre Meinung lasset, die sich durch Gründeder Vernunft oder des Herzens gezwungen fühlen,das Lied der Lieder nach dem Vorgänge einerneuern Gottcsgelahrtheit in die Kategorie reinmenschlicher Poesien zu verweisen, und in dem-selben nichts anders finden wollen, als Spracheirdischer Minne, oder eine Art mittelalterlicherRomantik in orientalischem Styl und Colorit;so hofft er, daß man's zu gleicher Vergeltung,auch ihm nicht gar zu übel nehmen werde, wennihm dieses heilige, kanonische Buch in einem an-dern Lichte erscheint. Ihm ist es ein Buch vollgroßer geistlicher Beziehungen, das er jenemSchmetterlinge, Apollo genannt, vergleichen mögte,der schön und farbig, wie wenige, nur auf den
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