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Vier Predigten aus dem Lied der Lieder
Entstehung
Seite
77
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Nun ists aus mit unserer Freundschaft und ich habenichts mehr mit dir. Aber Jesus Liebe ist kein glim-mend Docht, das der erste Wind auswcht. Sic isteine feurige Gluth und eine Flamme des Herrn, diedurch die Fluth aller Untreue, aller Kälte, aller Be-leidigungen seiner Sünder mächtig und siegend hindurchbricht. An dem Blicke betrübter Liebe, den Er seinemSimon nach der Verläugnung aus dem Richtsaale zu-warf daran studircn wir heute noch und kön-nen das Große, das Übermenschliche, das Göttlichedarin nicht fassen und begreifen. Seine Liebe steht feste.»Es sollen wohl Berge weichen, und Hügel hinfallen;aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und derBund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht derHerr dein Erbarmer.« »Meine Schaafe wird Nie-mand aus meiner Hand reißen. Mein Vater, der siemir gegeben hat, ist größer, denn Alles, und Niemandkann sic aus meines Vaters Hand reißen.«

Aber so dürfte Einer ja nur getrost in der Sündebeharren, da er weiß, daß er darum der Gnade Got-tes nicht verlustig gehen werde? Ach wie oft mußman diesen elenden und thörichtcn Einwurf hören!Bedenket doch, daß die Liebe zur Sünde und derGedanke auf Gnade sündigen zu wollen, mit derneuen Natur durchaus unvereinbar, und einem wirklichWiedergebvrnen ganz unmöglich ist. Fühlst du in dirnoch eine Lust auf Gnade zn sündigen so bist dnkein Christ, so ist es mit deiner Wiedergeburt nichts>so gehörst du noch zu denen, die draußen sind undist noch nicht das Geringste von Christo dir zu Thcilgeworden. Das erwäge, und beurthcile dich darnach.