Welt dem Menschen bieten kann, um den kummervollenBeruf dahin, durch Schmach und Verfolgung, durchGeisseln und Steinregen, durch Kerker und Ketten,den armen Brüdern in den Todcsschattcn die SalbeGileads zuzntragen — und wenn er auch selbst darüberLeib und Leben verlieren sollte. Die Liebe dieser Men-schen war groß zum Erstaunen. Wer kann die Lau-terkeit und Treue solcher Liebe — wer ihre Höbe,Länge, Breite und Tiefe ausreden? Und doch wardiese Liebe ein schwaches Tröpflein nur, ans jenemLiebesmeere ihnen zugeflossen, das in dem Herzen Jesuwogt.
Wie Jesus liebt — wer kann das sagen? Wirhaben keinen Maßstab, seine Liebe zu ermessen, keineWorte, sie auszusprechcn. Wir haben nichts Aehnliches,damit wir sie vergleichen könnten; und von unfernkühnsten Begriffen wird sie nicht erreicht. Sie ist einAbgrund, in den die himmlischen Geister anbetend Hin-unterstarren, ohne den Boden zu erreichen — undeine Höhe, deren Gipfel selbst die Seraphinenmit ihren Gedanken nicht ersteigen können. Siche,wie Er, der Geliebte, vom Vater der Herrlichkeitgeliebt wird von Ewigkeit her; in demselben Maße,Grade und Umfang, liebt Er wieder, wen und wasEr liebt. Ach kein Verstand versteht — keine Ahnungahnet die Liebe Christi — sie übersteiget alle Erkennt-niß nnd alle Sprache. Und siehe — wie sein Herz,so ist sein Arm: das heißet, wie seine Liebe, so seineMacht — ohne Gränzen, unausdenkbar, unbegreiflich.Daß er mit einem Stäbelein die Wogen des rothcn Mee-res zu Haus stellte, wie eine Mauer von Krystall —