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Vier Predigten aus dem Lied der Lieder
Entstehung
Seite
63
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Welt dem Menschen bieten kann, um den kummervollenBeruf dahin, durch Schmach und Verfolgung, durchGeisseln und Steinregen, durch Kerker und Ketten,den armen Brüdern in den Todcsschattcn die SalbeGileads zuzntragen und wenn er auch selbst darüberLeib und Leben verlieren sollte. Die Liebe dieser Men-schen war groß zum Erstaunen. Wer kann die Lau-terkeit und Treue solcher Liebe wer ihre Höbe,Länge, Breite und Tiefe ausreden? Und doch wardiese Liebe ein schwaches Tröpflein nur, ans jenemLiebesmeere ihnen zugeflossen, das in dem Herzen Jesuwogt.

Wie Jesus liebt wer kann das sagen? Wirhaben keinen Maßstab, seine Liebe zu ermessen, keineWorte, sie auszusprechcn. Wir haben nichts Aehnliches,damit wir sie vergleichen könnten; und von unfernkühnsten Begriffen wird sie nicht erreicht. Sie ist einAbgrund, in den die himmlischen Geister anbetend Hin-unterstarren, ohne den Boden zu erreichen undeine Höhe, deren Gipfel selbst die Seraphinenmit ihren Gedanken nicht ersteigen können. Siche,wie Er, der Geliebte, vom Vater der Herrlichkeitgeliebt wird von Ewigkeit her; in demselben Maße,Grade und Umfang, liebt Er wieder, wen und wasEr liebt. Ach kein Verstand versteht keine Ahnungahnet die Liebe Christi sie übersteiget alle Erkennt-niß nnd alle Sprache. Und siehe wie sein Herz,so ist sein Arm: das heißet, wie seine Liebe, so seineMacht ohne Gränzen, unausdenkbar, unbegreiflich.Daß er mit einem Stäbelein die Wogen des rothcn Mee-res zu Haus stellte, wie eine Mauer von Krystall