nach dem Ende der Krcuzzügc.
427
der mit Frankreich im Kriege war, zu verbinden; doch löste sich in derFolge diese Verbindung, weil er die gegebenen Zusagen nicht erfüllte.Indessen rief der Widerstand, den alle Ausgleichnngsversuche in Avignonfanden, im Jahre 1338 ein Verfahren der Kurfürsten hervor, welchemeine neue Ansicht von der kaiserlichen Würde zu Grunde lag und welchesein Vorbote der Auflösung des alten Verhältnisses zwischen Papstlhum undKaiserthnm war. Auf einem Reichstage zu Frankfurt erklärten sie denKaiser für unschuldig an der Fortdauer des Interdiktes, und es wurde denGeistlichen die Beachtung desselben verboten. Darauf schlossen sie mit Aus-nahme des dem französischen Königshause befreundeten Böhmenkönigszu Nense bei Coblenz unter dem Namen Kurverein in Gegenwart desKaisers eine Verbindung zur Aufrcchthaltung ihres Wahlrechtes, uudgleich darauf erschien auf einem neuen Reichstage zu Frankfurt die soge-nannte Constitution von der Unabhängigkeit des Reiches, welche mitVerwechslung der Königswürde und der Kaiserwürde den von den Kur-fürsten erwählten König für unbedingt befugt erklärte, alle Rechte einesKönigs und Kaisers ohne päpstliche Bestätigung auszuüben, da dieKaiserkrone von Gott komme. Es war ein Mißbrauch der Gewaltdurch Mißbrauch der Gewalt hervorgerufen. Während so das Reich aufKosten des Rechtes zu Ludwig hielt, that dieser in Selbstüberhebung einenSchritt, der ihm in der allgemeinen Achtung großen Nachlheil brachte.Als Margaretha Maultasch sich von ihrem Gemahl zu trennen wünschte,erklärte er aus einer eingebildeten Machtvollkommenheit, die Qkkam ihmbeilegte, die Ehe für getrennt und ertheilte überdies die wegen Bluts-verwandtschaft erforderliche Dispensation zu einer neuen Vermählungder geschiedenen Frau mit seinem Sohne, dem Markgrafen Ludwig vonBrandenburg, der dadurch in den Besitz Tirols gelangte. So hatte erdas luxemburgische und das östreichische Haus zugleich beleidigt und sichmit der Kirche in offnen Zwiespalt gesetzt. Obgleich im Jahre 1344ein Reichstag die Unterwerfungsbedingungen, welche Benedikts Nach-folger Clemens VI. vorgczeichnet hatte, verwarf, drang doch bald dieluxemburgische Partei, die einst zu Ludwigs Erhebung gewirkt, mit denBeschwerden gegen ihn durch und brachte es dahin, daß daran gedachtwurde, den von dem Papste bezeichnten Sohn des Vöhmenkönigs, derin Frankreich seinen Namen Wenzeslaw mit dem Namen Karl vertauschthatte und unter seinem Vater die Würde eines Markgrafen von Mäh-ren bekleidete, zum Nachfolger zu wählen. Nachdem im Jahre 1345eine Bulle voll zorniger Worte, wie sie dem Papste nicht ziemten, gegenLudwig erlassen worden war, und Karl in Avignon persönlich die Zurück-nahme von Ludwigs Negierungshandlungen und Wahrnehmung der päpst-lichen Rechte in Italien beschworen hatte, erfolgte im Jahre 1346 zuRense Karls Wahl durch die fünf Kurftimmen, welche nicht von Gliedern