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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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Das römische Reich unter den Imperatoren. 51

eine neue Niederlage bei Chalcedon, ergibt sich in Nikomedia gegen Zu-sicherung des Lebens, wird aber dennoch im folgenden Jahre umgebracht.

27. Als Alleinherrscher folgte Constantinus den Spuren des Dio-clctianus, der die Negierung auf einer neuen Grundlage aufzubauenangefangen haite. Nur wich er in Folge der nach Diocletianus ge-machten Erfahrungen von dem Grundsätze ab, Verschiedene Herrscherfür die Neichstheile aufzustellen. Er ging also in Ausbildung derMonarchie einen Schritt weiter, indem er einen einzigen Hof als Mit-telpunkt der Reichsregierung einrichtete und die Sonderung nur Lnsofern fortbestehen ließ, als er in vier Theilen des Reiches Verwaltungund Rechtspflege unter ebenso viele höchste Beamte stellte. Den Sitzdes neuen Hofes gründete er wie Diocletianus in dem östlichen Theiledes Reiches, wählte aber für Nikomedien das alte Byzanz. Diese Stadterhob sich aus der Verödung, in welche Septimius Severus sie versetzthatte, seit dem Jahre 326, wo Constantinus in Nom das zwanzigsteJahrgcdächtniß seiner Erhebung zur Herrschaft gefeiert hatte, in einemvierjährigen Zeiträume zu einem neuen Nom, für dessen Ausschmückungselbst das alte einen großen Theil seiner Kunstschätze hergeben mußte,für dessen Bezeichnung aber statt des ihm bestimmten Namens desneuen Noms der Name Constantinopel gebräuchlich wurde. Hier, woseit ältesten Zeiten unter allem Wechsel der Herrschaften und allenStreifzügen wandernder Völker durch die natürlich feste und für denHandel unvergleichlich günstige Lage ein selbstständiges Gemeinwesen sichzu erhalten vermocht, hatte Constantinus' scharfer Blick die gesichertesteStelle für den Mittelpunkt des Reiches erkannt. Die Stadt beherrschteden Uebergang aus einem Meere in das andere und aus einem Erd-theile in den andern, war von der Landseite und der Seeseite leicht zuvertheidigen, konnte von überallher mit Zufuhr versorgt werden. Dazulag sie in derjenigen Hälfte des Reiches, wo keine republikanischen Er-innerungen und Ueberlieferungen der Ausbildung monarchischer Negie-rungsweise hinderlich werden konnten, eine solche vielmehr durch Ge-wohnheit und Anschauungsweise der Völker begünstigt wurde, und gabdurch die Nähe des Tigris und der Niederdonau der Verteidigungdieser Grenzlinien einen erhöhten Nachdruck. Mit Verwaltung der vierTheile des Reiches wurden als oberste Beamte, welche keinen Heeres-befehl hatten und durch welche sich daher die so lange von Kriegsbe-fehlshabern ausgegangenen Erschütterungen nicht wiederholen konnten,prätorische Präfecten beauftragt, deren Name keine Beziehung mehrauf Prätorianer hatte, sondern ihr Amt nur als verwandt mit dem denBefehlshabern der Prätorianer seit Septimius Severus übertragenenAmte der Rechtspflege bezeichnte. Die vier Neichstheile, welche nachihren obersten Beamten Präfecturen hießen, waren in Diöcesen eingetheilt,

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