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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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Das römischc Reich unter den Imperatoren.

erscheinen lassen, gehören die Bauwerke, mit welchen Trajan und Ha-drian Nom geschmückt und durch welche sie nicht bloß in der Baukunst,sondern auch in der Bildnerei ein reges Leben geweckt haben. DasTrojanische Forum, in dessen Mitte die in ihren Bildwerken des Im-perators Thaten darstellende Trajanussäule steht, und die Moles desHadrianus, zu seinem Grabmale bestimmt, sind würdige Denkmälervon Beherrschern des römischen Reiches und gehören mit zu den reden-den Zeugnissen, welche der römische Staat in der Zeit der Imperatorenvon seinem nach Außen hin mächtigen Dasein hinterließ.

14. Während so das römische Reich fortwährend eine Pracht, mitder es inneren Verfall nothdürftig verhüllte, zu entfalten beflissen war,glaubte es gegen das in der Stille fortschreitende Christenthnm die Waf-fen nicht niederlegen zu dürfen. Waren bisher die Christen nur vonVerworfenen unter den Imperatoren, von Nero und Domitian, verfolgtworden, so hatten sie von Trajanus und Aurelius ein Gleiches zu er-dulden, da solche Maßregeln denselben zu dem Bemühen für Herstellungund Erhaltung des Reiches zu gehören schienen. Zwar erließ Traja-uuö keine besonderen Befehle gegen die Christen, aber sie wurden vonden Verordnungen, die er gegen Genossenschaften oder Hetärieen gab,betroffen und die Stimmung der heidnischen Bevölkerung riß die Obrig-keiten zu feindlichem Verfahren fort. Dies ergibt sich aus einem Brief-wechsel, welchen Trajanus mit dem jünger» Plinius als dem Statthaltervon Bithpnien führte und in welchem dieser auf seine Frage nach der Be-handlung der Angelegenheit den Auftrag erhält, die Christen nicht auf-zusuchen, unter den Angeklagten aber denjenigen, welche Christus ver-läugnetcn, zu verzeihen und die Beharrenden zu bestrafen. Hierdurchwurde die. Hinrichtung der Bestraften um so entschiedener zu einemZeugnisse ihres Glaubens, aber ihr Tod, den sie meistens von wildenThieren in den Amphitheatern vor den Augen eines wild zujauchzendenPöbels erlitten, half ebenso entschieden die Götter des Heidenthumsstürzen. Denn daß die Christen zu einer Zeit, wo sie schon über alleTheile des römischen Reiches verbreitet waren, sich auch durch die bru-talste Gewaltthätigkeit nicht zu thätlichem Widerstande verleiten ließen,bewies den Heiden mehr, als jede Erörterung cs gekonnt hätte, wiesie in ihrem Glauben ein Gut besaßen, zu dessen Wirkungen die größ-ten Thaten des Heidenthums nicht hinanreichten. Welcher Grimm unterHadrian und Antonin gegen die Christen forttobte, zeigt sich daran,daß beide zu Gunsten eines geregelten Verfahrens einschritten. Die Größedes gegen die Christen gerichteten Hasses verräth sich in dem Eifer, mitwelchem sie gerade unter Aurelius, besonders in Kleinasien und in dengallischen Städten Lugdunum und Vienna, verfolgt wurden. Auch derphilosophische Herrscher konnte, da seine Philosophie ganz in heidnischem