Druckschrift 
1 (1835)
Entstehung
Seite
98
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Urtheil *1 gesprochen'war, appelliren. Dieses ward sogar spä-ter wieder dahin verschärft, daß man vor Endigung der Sitzungdie Berufung einlegen mußte. **) Allein die Regel, obschonman sie nicht abschaffte, ward späterhin ganz unwirksam durchdie Leichtigkeit, mit welcher man von der Kanzlei Befreiungs-briefe von derselben, unter dem Namen reliok ä'illico bekannt,erhalten konnte. Man gab solche Befreiungsbriefe bis nachVerlauf von dreißig Jahren von dem Tage, wo das Urtheilausgesprochen war, angerechnet. In der Ausübung ward da-her, bis zu der neuen Einrichtung des Gerichtswesens im Au-gust 1790 meistens angenommen, daß dreißig Jahre die fürdie Appellation verstattete Frist ***) seyn, welches zugleich dieVerjährungs-Frist aller persönlichen Klagen war, wozu manauch die Appellation rechnete.

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***) Dieses galt in ganz Frankreich vor der großen VerordnungLudwigs des I4ten v. I. 1667. Letztere (tit. XXVll.)schrieb gewisse Formalitäten vor, durch deren Erfüllungdie Appellations - Frist beträchtlich abgekürzt ward. Beidem Parlament von Paris erhielt sich dennoch der alteGerichts-Gebrauch. Man sehe den folgenden Abschnitt H.3.