Druckschrift 
1 (1835)
Entstehung
Seite
XII
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mählung von Anna, Erbin von Bretagne, mit demKönig Carl dem Achten von Frankreich, auf immer mitdiesem letztem Land vereinigt ward. Die letzten Erwer-bungen von Frankreich waren die Franche-Comtv, Elsaß,Roussillon und Lothringen. Die beiden erstem erhielt esunter Ludwig dem Vierzehnten durch Usurpation undEroberung. Lothringen, ein deutsches Reichslehn, warvon je her ein Gegenstand des Streits zwischen Frank-reich und Deutschland. Das Land hatte seine eignenHerzoge. Allein im I. 1735 schloffen Frankreich undOesterreich einen Vertrag, welchem der letzte Herzog vonLothringen (nachheriger Kaiser Franz der Erste beitrat),nach welchem dieser Lothringen gegen Toscana ver-tauschte, und ersteres dem Schwiegervater des Königsvon Frankreich, dem aus Polen vertriebenen KönigStanislaus, abtrat, nach dessen Tod es an Frankreichfallen sollte. Dieses ereignete sich im I. 1766, wodann Lothringen an Frankreich kam.

Wir sind in Erzählung der Begebenheiten, wodurchdie verschiedenen Provinzen nach und nach zu Frank-reich gekommen sind, Etwas umständlicher gewesen.Diese verschiedenartige Zusammensetzung hat nämlichauch in der Gesetzgebung und Gerichtsverfassung Spu-ren hinterlassen, die bis zu den letzten Zeiten (vor derRevolution) nicht verwischt waren. Die Gesetzgebungim Allgemeinen scheint schon unter den beiden erstenKönigsgeschlechtern, besonders gegen die geringern Stän-de, einen Charakter von Gewaltthätigkeit angenommenzu haben, den sie völlig, erst seit der Revolution von1789, abgelegt hat. Die Franken waren als Erobererin Gallien eingedrungen. Aus diesem Umstand könnteman vermuthen, daß sie sich als die Herrn und dieUeberwundenen als ihre Sklaven angesehen hatten. Die-ses ist auch wirklich die Meinung von mehreren Schrift-stellern, welche glauben, die Franken hätten alles Grund-Eigenthum des Landes unter sich getheilt, und den altenEinwohnern gegen irgend eine willkührliche Vergütungdie Bearbeitung desselben überlassen; aus den Nach-