XCIV
Einleitung.
als Ärtopoeus usw. Aber auch sonst sind bei der unendlich mannig-fachen und willkürlichen Schreibweise jener Zeit zahlreiche Verwei-sungen nötig gewesen, namentlich auch bei Adeligen, wo es oft schwerwar, zn entscheiden, ob sie unter dem betreffenden Namen in dasPersonen- oder in das Ortsregister zu setzen seien. (Auf andereSchwierigkeiten ist schon in Kap. IX hingewiesen worden.)
Das Ortsregister ist so angelegt, daß zuerst der heutige offizielleOrtsname steht nebst Angabe des Amtes (A.), Oberamtes (O.-A.), so-dann des Kreises (Kr.) oder Regierungsbezirkes (Rgb.) oder Kantons(Kt.), und endlich des Staates. Bei Preußen wurde der Name desStaates weggelassen, dagegen der der betreffenden Provinz (Rheinpr..Hess.-Nass, etc.) dazugeschrieben, ebenso wurde neben Oberbayern,Mittelfranken, Oberpfalz auf die Allgemeinbezeichnung Bayern ver-zichtet. Ist irgendwo das Amt (Oberamt) nicht angegeben, so ist diebetreffende Stadt selbst Hauptstadt, und das Amt trägt denselbenNamen, z. B. Freiburg (i. Br.), Heidelberg, Stuttgart. Zu dem heu-tigen Namen kommen dann in Klammern die verschiedenen Formen,unter denen der Ort in der Matrikel steht, nebst Angabe der Diözeseoder anderer Lokalbezeichnungen des Matrikeltextes selbst. Schwierigwar oft die Zuweisung bei Namen, die mehrfach Vorkommen, wieKotenburg (Rottenburg, Rothenburg), Freiburg, Neustadt u. a. m.,wenn nicht nähere Bestimmungen dabeistehen. In solchen Fällenwurde, wenn nicht anderweitige Angaben (in der Artistenmatrikel oderandern Quellen) den Zweifel ausschlossen, die Identifizierung unter-lassen; nur bei Freiburg (Friburgensis, de Friburgo) durfte wohl, wennnichts Weiteres dabeistand, angenommen werden, daß die Universitäts-stadt selbst gemeint ist ’. Namen wie Reutlingen und Riedlingenwurden, bei dem Ineinandergehen der damaligen Formen, vereinigt 1 2 .
1 Höchstens konnte auch da in jenen (seltenen) Fällen Zweifel entstehen, wounmittelbar hinter einem Friburgensis Helvetiorum oder Friburgensis Lausanensisdioc. ein Friburgensis ohne nähere Bestimmung steht.
2 Ich möchte übrigens gerade in der Identifizierung der vielfach so verderbtenNamen in der Matrikel mit heutigen Ortsnamen recht besonders um Nachsichtbitten, wenn Fehler dabei unterlaufen sind, und verweise auf das, was M. Perl-bach (Prussia scholastica, Die Ost- und Westpreußen auf mittelalterlichen Universi-täten, in Monumenta hist. Warmiensis, Leipzig 1895) in der Einleitung ausgeführt hat.