Druckschrift 
Technisch-chemisches Handbuch der Erforschung, Ausscheidung und Darstellung des, in den Künsten und Gewerben gebräuchlichen, metallischen Gehalts der Mineral-Körper : unter steter Berücksichtigung sämmtlicher, bis jetzt in der Chemie gemachten Erfahrungen; zum Selbststudium, besonders für angehende Hüttenbeamte, Cameralisten etc. ...
Entstehung
Seite
78
Einzelbild herunterladen
 

78

Schlacken. Das Silber wird dagegen ausgeschieden; auchvon dem Bleie bleibt in den Schlacken viel weniger zu-rück , als ohne diesen Zusatz von Eisen. Das Silber wirddann wie immer durch Abtreiben vom Blei geschieden.Diese Methode, bei welcher man Eisen zusetzt, wird dieNiederschlagungsarbeit genannt.

e. Wollte man die sehr armen Erze sogleich verbleien:so würde man ihnen eine so grosse Menge Blei zusetzenmüssen, dass die Kosten den Ertrag übersteigen würden.Man beschickt daher diese Erze mit Schwefelkies. Dieserverbindet sich bei dem Schmelzen mit den Metallen undSchwefelmelallen, welche Silber enthalten, macht sieschmelzbarer und nimmt sie mit sich: während in denSchlacken die Gangart, das oxydirte Eisen und einigeandere Metalloxyde, denen das Silber, mit welchen sieverbunden waren, entzogen worden, Zurückbleiben. DasProduct dieses Schmelzens, welches Lech oder Rohlechgenannt wird, enthält Schwefeleisen, ausserdem das Sil-ber und andere Metalle ebenfalls mit Schwefel verbunden.Hundert Theile Rohlech enthalten ohngefähr das Süber,welches in 4 bis öhundert Theilen Erz befindlich war.Das Rohlcch wird mehrere Male geröstet, um den Schwe-fel fortzutreiben, auch wohl angeseichert, indem man esmit frischen Silbererzen zusammensclimelzt. Das im Roh-lech enthaltene Blei geht in diesem Falle zum Theil anden Schwefel des frischen Erzes und scheidet das in ihmbefindliche Silber aus, das sich nun mit dem Rohlechverbindet , und darin die Stelle des abgegangenen Bleisersetzt. Dadurch wird das Rohlech reicher an Silber,indem es sein Blei dagegen abgiebt. Das erhaltene Roh-