Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
Seite
348
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sich senkrecht durchschneiden, so verhält cs sich anders. Ich willcmnehmcn, der zweite Spiegel stehe in der Stellung, wo er dievom ersten Spiegel polarisirten Strahlen nicht zurückwirft; dannwirft er sie auch nicht zurück, wenn die Hauptlinic des einen Blätt-chens parallel mit der ersten Resiexions- oder Polarisations-Ebne,die Hauptlinie des andern Blättchens darauf senkrecht ist. Dagegenbei einer andern Stellung, am besten, wenn beide Hauptlinien um45 Grad von jener Ebne abwcichen, zeigen die gekreuzten BlättchenFarben, die ein dünneres einzelnes Blättchen geben würde, nämlichgenau die Farben, die ein einzelnes Blättchen geben würde, wennseine Dicke gleich dem Unterschiede der Dicke jener wäre. Um nichthiebei abermals so lange zu verweilen, mag cs genug sein, zur Erklä-rung dieser Erscheinung zu bemerken, daß diese Kreuzung der Axeneine entgegengesetzte Wirkung hervorbringt, so daß das dünnereBlättchen einen Theil der Wirkung des dickeren zerstört, und nurdie Wirkung übrig läßt, die dem Unterschiede der Dicken entspricht.

Erklärung dieser Farben-Erscheinungen nach derUndulationstheoric.

Diese Bestimmungen sind sämmtlich den Erfahrungen, dieBiot angestcllt hat, genau angemessen, und obgleich Fresnelbei anders eingerichteten Versuchen Folgerungen gefunden hatte, diediesen Oscillationen nicht entsprechend schienen, so hat doch Biotseine Ansichten dadurch nicht als widerlegt angesehen. Als einpassender Ausdruck für die wichtigsten Erscheinungen kann diesebewegliche Polarisation also wohl gelten; aber über die Hypotheseeiner wirklich so ungeordneten Bewegung der Axe der Lichttheilchenbieten sich freilich manche Zweifel dar, die ich hier umständlich zuerörtern Bedenken trage. Arago und Fresnel haben jeneFarben - Erscheinungen sehr genügend aus der Theorie der Interfe-renzen erklärt. Nach Fresnel's Ansicht muß man bei demDurchgänge des polarisirten Strahles durch das Gypsblättchen aufdie auch hier statt findende doppelte Brechung sehen. Ist dieHauptlinie des Blättchens L v unter einem schiefen Winkel gegendie anfängliche Polarisations-Ebne (InZ. 146.) geneigt, sogehen zwei getrennte Strahlen durch das Blättchen, die wir beiso dünnen Blättchen, wo sie sich höchst unbedeutend von cinan-