Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
Seite
332
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sich nun leicht, warum die durch eine erste Platte von nicht zu ge-ringer Dicke durchgegangcnen Strahlen eine zweite nicht durchdrin-gen, wenn die Axenrichtung der zweiten senkrecht auf die der erstenist, indem die aus der ersten hervorkommenden Lichttheilchensämmtlich diejenige Stellung haben, die um die zweite zu durch-dringen die ungünstigste ist. Und so wie hier die Wirkung derzweiten Platte, ob sie das Licht durchlaßt oder nicht durchlaßt, durchdie Richtung der in der ersten Platte erlangten Polarisirung be-stimmt wird, so geschieht cs auch bei andern polarisirten Strahlen;ist die Ebne, in welcher sie polarisirt sind, senkrecht auf die Axe,so werden sie durchgelassen, ist sie mit der Axe parallel, so werdensie nicht durchgelassen, wofern die Dicke nicht zu geringe ist. JeneAxe der Ccysialle ist, wie hieraus schon von selbst erhellt, die Axedoppelter Brechung; und wenn man in einer Turmalinplatte ihreLage kennt, so dient die Platte, um sogleich bei einem polarisirtenStrahle die Richtung der Polarisation kennen zu lernen. Ist einStrahl nicht gänzlich sin einerlei Richtung polarisirt, es ist aberdoch die Anzahl der nach einer gewissen Richtung polarisirtenThcilchen vorwaltend, so bemerkt man, indem man ihn durch dieTurmalinplattcn gehen laßt, wahrend man diese dreht, eine Schwä-chung des Lichtes, die bei einer Stellung am bedeutendsten ist, undeine Verstärkung des Lichtes, die in der auf jene Stellung senkrech-ten Stellung am besten hervortritt. Auf diese Weise kann mandaher, wie Arago es von glühenden Körpern gezeigt hat, Nach-weisen, wo etwas polarisirtes Licht sich mit dem übrigen Lichtemischt.

Erklärung der Polarisirung nach der Undulations-

theorie.

Bei der Erklärung aller Erscheinungen, die nicht von Pola-risation abhangen, blieb die Undulationstheorie dem Grundsätzegetreu, das Licht als dem Schalle analog anzusehen, bei den Vi-brationen nicht bloß eine kugelförmige Ausbreitung der Wellen an-zunehmen, sondern auch die Vibrationsbewegung der einzelnenLheilchcn als senkrecht auf diese Wellenschichten vorauszusetzen. InBeziehung hierauf konnte man von einem verdünnten Aethec in dereinen Hälfte der Welle, von einem verdichteten in der andern Hälfte