327
flecticcn, zeigen doch jenes Verschwinden ihres Spiegelglanzcs, undman bemerkt, daß namentlich beim Schwefel der Polarisations-Winkel kleiner als bei dem Glase ist. Auch der Spiegelglanz derMetalle geht in manchen Fallen sehr deutlich vcrlohren, wenn mansie statt des ersten Spiegels anwendet, und ihr Bild unter demrichtigen Winkel im zweiten Spiegel wahrnimmt.
Polarisirung beim Durchgänge durch Glasplatten.
Dieselbe Veränderung in den Eigenschaften des Lichtstrahlsfindet beim Durchgänge durch mehrere Glasplatten statt. Wennmehrere Platten guten Glases mit parallelen Oberflächen so parallelaufgestellt werden, daß ein Lichtstrahl sie unter 34 Grad Neigungtrifft, so wird bekanntlich nur ein Theil des Lichtes von der erstenPlatte ducchgelassen, und der übrige reflectirt; eben das geschiehtan der zweiten, dritten, vierten Platte, aber immer wird desjeni-gen Lich.es, welches der Zurückwerfung unterworfen ist, weniger,und nach dem Durchgänge durch eine große Reihe von Platten hatder Strahl die Eigenschaft erlangt, von einer mit den vorigenparallel gehaltenen Platte gar nicht mehr zurückgcworfen zu werden,sondern ungcschwacht durchzugehen, und sich als polarisirt zu zeigen.Sind die Platten nicht unter 34", sondern unter einem andernWinkel geneigt, so tritt der Erfolg erst bei einer größer» Anzahlvollständig ein; aber die bald zu erwähnenden Kennzeichen einertheilweisen Polarisirung zeigen sich auch dann schon bei wenigenPlatten.
Diese verschiedenen Mittel setzen uns also in Stand, demLichtstrahle eine solche Beschaffenheit zu ertheilen, daß seine ver-schiedenen Seiten ungleiche Eigenschaften besitzen. Bei gewöhnli-chem Lichte ist es ganz gleichgültig, ob ein horizontaler Lichtstrahlauf einen Spiegel so fällt, daß die Neflexions-Ebne vertical ist,(daß der zurückgcwocfene Strahl sich in der durch den einfallendengelegten vertikalen Ebne befindet,) oder ob diese Ebne horizontalist, in welchem Falle ich das Auge in eben der Höhe, wo derAnfallende Strahl liegt, halten muß, um den reflecticten Lichtstrahlzu erhalten; hier aber ist dieses nicht gleichgültig, und wenn ichim letzten Falle den Lichtstrahl wenig oder gar nicht zurückgcworfenfände, so würde ich schließen, daß jener horizontale Strahl die