Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
Seite
319
Einzelbild herunterladen
 

Zig

Erystall die Theilchen des gewöhnlich gebrochenen Strahls gebrachthatte, so nehmen die meisten im gewöhnlich gebrochenen Strahlenthaltenen Theilchen die Lage jener Ebne an, statt daß wenigesich in die der ungewöhnlichen Brechung angehöcende Ebne stellen,oder mit andern Worten: der gewöhnlich gebrochene Strahl desersten Crystalls zerlegt sich in einen ziemlich starken gewöhnlich ge-brochenen und in einen schwachen ungewöhnlich gebrochenen Strahl.Achnlichc Bestimmungen ergeben sich für den im Zustande der un-gewöhnlichen Brechung durch den ersten Erystall gegangenen Strahl/und für einen größer» Winkel, den beide Hauptschnitte mit einan-der machen.

Diese Darstellung, wenn sie auch zu hypothetisch scheinen mag,um als den wahren Grund der Erscheinungen aussprechend ange-sehen zu werden, bringt doch wenigstens die bis jetzt betrachtetenErscheinungen in einen Zusammenhang, der die Uebecsicht dermannigfaltigen Phänomene sehr erleichtert, und hat in dieser Hin-sicht gewiß einen hohen Werth.

Die Undulationsthcorie bietet für einen Thcil der Erscheinun-gen eine sehr angemessene Erklärung dar. Schon Huyghcnshatte dieses mit dem ihm eigcnthümlichen großen Scharfsinne ge-zeigt, da indcß die neuern Entwickelungen der Undulationstheorieeine noch angemessenere Darstellung gegeben haben, so will ich nurdiese hier in einem kurzen Abrisse mitthcilen. Die gewöhnliche Be-stimmung der Fortpflanzung der Actherwclle setzt voraus, daß derAether nach allen Richtungen gleich elastisch sei, und iii der Thatkann auch wohl kein andrer Fall da angenommen werden, wo dieKörpcrtheilchen, zwischen welchen der Aether enthalten ist, einegleichmäßige Austheilnng haben; aber in einem crystallisirtcn Kör-per ist cs nicht unmöglich, daß die nach bestimmten Richtungenanders als nach den übrigen Richtungen wirkenden Attractions-kräftc dem Aether eine andre Eiasticität nach der einen als nach derandern Richtung geben, oder bewirken, daß die von ihrem Gleich-gewichtszustände entfernten Theilchen nach der einen Richtung mitmehr Gewalt als nach der andern zu demselben zurück geführt wer-den. Nimmt man eine solche Ungleichheit an, so ist die Gestalteiner von einem Mittelpunkte ausgehenden Welle nicht mehr kugel-