312
gewöhnlich gebrochen den zweiten Erystall erreichende Strahl sich ineinen matteren ungewöhnlich gebrochenen und in einen stärkerengewöhnlich gebrochenen zerlegt, und der den zweiten Erystall alsungewöhnlicher Strahl treffende sich in einen schwachen, der jetztden Gesetzen der gewöhnlichen Brechung folgt, und in einen stärkern,der abermals ungewöhnlich gebrochen wird, zerlegt. Vergrößertman den Winkel der Hauptschnitte gegen einander, so gehen allevier Strahlen mehr der gleichen Lichtstarke zu, und sind gleich,wenn die Hauptschnitte einen Winkel von 45 Grad mit einandermachen; geht man noch weiter fort, so nimmt der Strahl, welcherzuerst der stärkste war, noch mehr ab, und verschwindet völlig,wenn beide Hauptschnittc senkrecht gegen einander sind.
Alle Fälle zeigen sich also hier durch einen stetigen Uebergangverbunden, aber unerwartet und seltsam erscheint dennoch dieseReihe von Erscheinungen. Was den ersten Fall betrifft, so über-sieht man ihn am leichtesten; — der zweite Erystall ist nur eineFortsetzung des ersten, mit genau ebenso ungeordneten Axcn, undso gut wie der Strahl im ersten Erystalle nach seinem Eintritte,nachdem er die ihm durch den Erystall zu erthcilende Modifikationerlangt hat, ohne neue Spaltung fortgeht, ebenso thut er dieses auchim zweiten. Alle anderen Falle dagegen zeigen, daß diese Modifi-kation, welche der Lichtstrahl erlangt hat, in einer gewissen Be-ziehung der Seiten des Strahls zu den Seiten oder Axcn des Cry-stalles steht; die verschiedenen Seiten des Lichtstrahls haben un-gleiche Eigenschaften, das Licht ist, wie man cs genannt hat, po-lar i s i r t-
Aehnliche Bestimmungen für die Wege des Lichtstrahls, wiesie beim Uebergange in einen zweiten Erystall sich hier ergaben, fin-den auch da statt, wo ein Strahl von der zweiten Oberfläche desCrystalles rcflectirt, in das Innere desselben zurückgeht. Auch hierhangt der Weg des reflectirten Strahles ebenso von der Lage derAxen ab, wie es für einen schon im Durchgänge durch einen erstenErystall modificirtcn eintretenden Strahl der Fall sein würde. Istder zur zweiten Oberfläche gelangende Strahl ein gewöhnlich gebro-chener, so wird der im Innern reflectirtc Thcil aus einem gewöhn-lich gebrochenen Strahle bestehen, der ganz so zurückgeht, wie esin jedem ander» Falle statt findet; aber neben ihm geht auch jetzt