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geringen Neigung der neben einander fortgehcndcn Strahlen merklichwird. Zieht man nämlich die den Winkel kl 6 V halbirendc Liniekl 6 KV, so erhellt leicht, daß in jedem Puncte der Linie 6L, zumBeispiel in L, eine durch die Reflexion von beiden Spiegeln ver-stärkte Erleuchtung statt findet, weil die Summe der Wege-k kl,6 kl ebenso groß als die Summe der Wege -kk, k kl ist. Dagegenin einem Puncte kl neben kl kann Mangel an Erleuchtung, Dun-kelheit durch Interferenz statt finden, wenn-kK, Kkl zusammengenau eine halbe Wellenlänge mehr als -kl, lll zusammen betra-gen. In Lk wird wieder eine verstärkte Licht-Erscheinung eintre-ten, wenn die Differenz der Wege eine ganze Wellenlänge beträgt,und so ferner. '
Diese neben einander liegenden Hellen und dunkeln Punctesieht man nun wirklich, wenn man in kl kl eine matte Glasplattehält, und sie von der Seite 21 aus mit dem Microscop betrachtet,oder — was, wie ich öfter gesagt habe, einerlei ist, — wenn mandieses mattgeschliffcne Glas wegläßt, und mit dem Microscop dieStrahlen beobachtet, welche in kl kl ihre Wirkung äußern. Daßaber diese Licht-Erscheinungen wirklich der Interferenz ihren Ur-sprung verdanken, sieht man, wenn man nur die von einem Spie-gel nach kl kl kl kommenden Strahlen zulaßt, die andern aber durcheinen Schirm aushält; alsdenn ist dieser Wechsel von Hell undDunkel nicht mehr zu bemerken.
Sie werden vielleicht einwcnden, eben das müsse sich also beiallen Spiegeln zeigen, auch wenn ihre Neigung größer wäre;aber cs laßt sich leicht darthun, daß bei einem größer» Winkel, dendie Spiegel mit einander machen, diese kleinen erleuchteten Puncteso nahe an einander fallen, daß sie nicht mehr zu erkennen sind;selbst die Neigung von I Grad giebt den Abstand zwischen denbeiden ersten Hellen Punctcn nur 60 Wellenlängen gleich, das istungefähr ein Fünfzigstel einer Linie, und der Winkel muß also nochweniger betragen.
Aus allen diesen Versuchen sehen Sie, daß die Lehre von denInterferenz-Erscheinungen des Lichtes auf einer solchen Mannig-faltigkeit von Versuchen beruht, daß man diese Erscheinungenunmöglich bezweifeln kann. Diese Erscheinungen sprechen denSatz deutlich aus, daß nicht unbedingt zwei Lichtstrahlen zusammen