Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
Seite
235
Einzelbild herunterladen
 

235

eine grade Richtung übergehen, wo das Theilchen tief genug inden Körper 6011 eingcdrungcn ist, um von allen Seiten gleicheWirkung zu erleiden. Hier zeigt nun die Mechanik, daß das Thcil-chen, wenn cs mit einer bestimmten Geschwindigkeit ankam, beidem Eindringen in den starker anziehenden Körper eine größere undzwar eine nur von der Natur des Körpers 6VH abhangcnde Ge-schwindigkeit erlangt, die nicht von dem Winkel, unter welchemdas Theilchen auftrifft, abhangt; und aus diesem fest begründetenSatze der Mechanik geht es als nothwendige Folgerung hervor, daßder Sinus des Einfallswinkels zum Sinus des Brechungswinkelsbei allen Richtungen des Strahls ein gleiches Verhältnis behaltenmuß, wenn die Körper, aus welchem und in welchen der Strahlübergeht, dieselben bleiben. Dieser Satz ist leicht zu erweisen. Of-fenbar nämlich wird der Fortgang des Lichltheilchens nach einer mitder Oberfläche 6 v parallelen Richtung durch die anziehende Kraftweder befördert noch gehindert, und wenn der Lichtstrahl in einerbestimmten Zeit von l nach K kam vor dem Eintritte und von Knach v nach dem Eintritte, so ist 1K viVl; daraus aber er-giebt sich sogleich, daß für Kl' Uli das Verhältnis der Senk-rechten! K, k tt immer gleich ist für alle Einfallswinkel, weil dasVerhältnis der Geschwindigkeiten 1K, KV, nicht von dem Ein-fallswinkel abhängt. Ich kann nun auch wohl, ohne unverständ-lich zu sein, hinzufügen: das Vcrhältniß dieser Senkrechten Ibl1'tj, (die, wenn sie zu gleichen Entfernungen Kl, Kl', gehören,Sinus der Winkel IKK, 1'Klj, heißen,) ist mit dem umgekehr-ten Verhältnis der Geschwindigkeiten oder der in gleichen Zeitendurchlaufenen Raume KV, IK, einerlei. Zn Beziehung auf diehier gemachten hypothetischen Voraussetzungen sagen wir also, ineiner Glas-Art, wo die Sinus des Einfallswinkels und des Bre-chungswinkels wie I zu ; beim Eindringen oder wie 1 zu l.s- beimHervordringen in den leeren Raum sich verhalten, da ist die Ge-schwindigkeit des Lichtes 1^ mal so groß im Glase als im luftlee-ren Raume, und diese rose Vermehrung der Geschwindigkeit desLichtes wird im Eindringen so schnell hcrvorgcbracht und beimHerausdringen so schnell wieder zerstört, daß unsre Sinne denRaum, in welchem diese Veränderung als allmählig eintretendvorgeht, durchaus nicht wahrnehnien können. Daß aber die