Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
Seite
148
Einzelbild herunterladen
 

148

dem Rande X gezogene X0 mit tX parallel ist. Hiernach wärees vortheilhaft, sich eines ziemlich großen Oculars zu bedienen,damit das Gesichtsfeld groß würde; aber wenn die Vergrößerungnicht zu geringe sein soll, so muß die Brennweite X X klein, abereben darum auch die Breite des Oculars geringe sein, weil man sichbei kleinen Brennweiten auch nur kleiner Thcile der Kugelflächenfür die Oberflächen der Gläser bedienen darf. Hierin liegt alsoein Grund, warum man bei einer großem Brennweite des Ocularsein größeres Gesichtsfeld, aber auch nur schwächere Vergrößerungerhalten kann, und zum Beispiel bei stärkeren Vergrößerungen sehrgewöhnlich den Mond nicht ganz übersieht, da doch bei schwachenVergrößerungen ein weit größerer Raum auf einmal beobachtetwerden kann.

Noch einige Bemerkungen, die dieses Fernrohr betreffen, kannich nicht wohl übergehen; werde aber das, was in ähnlicher Be-ziehung bei den übrigen Einrichtungen der Fernrohre angeführtwerden könnte, dort nicht wiederholen, indem sich dort das hierGesagte leicht wird anwenden lassen. Die erste dieser Bemerkun-gen betrifft die Frage, wie ein Kurzsichtiger das Fernrohr anwen-den muß, um entfernte Gegenstände deutlich mit demselben zu sehen.Die Einrichtung aller Fernröhre ist so, daß man das Augenglasein wenig mehr dem Objective nähern oder es davon entfernenkann, und Sie können sich leicht überzeugen, daß der Kurzsichtigedas Ocular ein wenig hineinschicben muß. Schon bei dem einfa-chen Linscnglase, wenn wir es als Vergrößerungsglas gebrauchen,habe ich bemerkt, daß der Kurzsichtige das Glas etwas näher anden Gegenstand rücken muß, damit er die von einem Puncte, näherals die Brennweite liegend, ausgehenden Lichtstrahlen etwas di-vcrgirend empfange, das heißt so, wie Lichtstrahlen, die von einemziemlich nahen Gegenstände ausgchen. Was dort der dem Ver-größerungsglase naher zu rückende Gegenstand war, das ist hier dasBild im Brennpunkte des Objektives, und diesem nähert man dasOcular, um einem Kurzsichtigen ein deutliches Bild zu zeigen.

Die zweite Bemerkung betrifft die Veränderung, die man inder Stellung des Oculars vornehmen muß, um nähere Gegen-stände , die vielleicht nur 200 Fuß entfernt sind, deutlich zu sehen.Diese fordern, daß man das Ocular weiter hcrausziehc, damit das