Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
Seite
138
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Durchmesser nach, eine 90000 malige Vergrößerung der Flächenach.

Da das stark vergrößerte Bild nur dann mit Vortheil ange-wandt werden kann, wenn cs noch Lichtstärke genug besitzt, so wen-det man gern alle Hülfsmittcl zu Vermehrung der Beleuchtung an,und läßt daher durch einen an der andern Seite des Gegenstandesangebrachten Spiegel das Licht aus diesen zurückwersen, und durchein seitwärts stehendes Sammelglas die vereinigten Strahlen HellerWolken den Gegenstand treffen.

Die Stärke der Vergrößerung kann man aus den gegebenenHalbmessern der Gläser oder aus der beobachteten Brennweite der-selben berechnen; aber da sehr kleine Brennweiten sich nicht ohneSchwierigkeit mit der Genauigkeit bestimmen lassen, die man zuerhalten wünschen müßte, so bedient man sich auch andrer prakti-scher Mittel, um die Vergrößerung kennen zu lernen. Für den,der mit beiden Augen recht gut sieht, ist folgendes Mittel das ein-fachste und für viele Zwecke hinreichend genau. Man bringt einesehr feine Theilung, wo zum Beispiel der Zoll in tausend Theilegctheilt ist, unter das Microscop, und indem man das stark ver-größerte Bild dieses Gegenstandes vor dem durch das Microscopblickenden Auge schweben sieht, öffnet man das andre Auge, umin der Richtung, wo jenes Bild erscheint, einen Maaßstab vongroßen Eintheilungen zu betrachten, oder zwei verschiebbare Paral-lcllinien so zu stellen, daß sie 10 oder 20 jener im vergrößertenBilde sichtbaren Eintheilungen zwischen sich fassen; befinden sichdiese Parallellinien in der gewöhnlichen Seheweite, und erschei-nen 20 Tausendtcl des Zolles hier gleich 4 Zollen, so ist dieVergrößerung 200 fach. Jndcß fordert dieses Verfahren nichtbloß zwei gute Augen, sondern auch Uebung im Vergleichender beiden, im Microscop und frei, gesehenen Gegenstände, undkann nur bei sehr großer Uebung einen hinreichenden Grad von Ge-nauigkeit erreichen. Weit mehr findet diese statt, wenn man miteben demselben Auge das Bild im Microscope mit dem frei gesehe-nen Gegenstände vergleichen kann, wie von Jacquins sehr an-gemessene Anordnung des Instrumentes es möglich macht. Wennman, statt das Auge selbst in die gewöhnliche Stellung vor demOcular zu bringen, an dem Platze des Auges einen schief gestellten