Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
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cs Zeit eine Brille zu gebrauchen; doch thut man wohl, sie an-fangs nur von geringer Convexität zu wählen, obgleich man ge-wöhnlich die starkern angenehmer findet. Eine schon sehr convexeBrille macht das Auge leicht noch fernsichtiger, und auch eine mäßigstarke Brille schadet dem Auge, wenn man durch sie nach entferntenGegenständen sieht, weshalb man sich gewöhnen muß, sie sogleichzu entfernen, wenn man vom Buche weg auf einen entfernterenGegenstand sehen will. Gewöhnlich nimmt das Ucbel der Fern-sichtigkeit mit den Jahren zu, und man muß sich nach und nachandrer Brillen mit convexeren Gläsern bedienen. Bei der Wahlderselben muß man zwar sich durch die Annehmlichkeit, welche einestarke Brille darbictct, nicht verleiten lassen, aber muß doch aucheine solche wählen, durch welche man ohne allzu starkes Licht mitLeichtigkeit liest, damit nicht die Anstrengung des Auges diesemnachtheilig werde. Will man das Auge nicht verwöhnen, so gebeman dem Buche, worin man liest, die größte Nähe, wobei mannoch deutlich und leicht alles erkennt; denn wenn der Gegenstandnicht so weit als der Brennpunkt vom Auge entfernt ist, so erhältman die Strahlen noch nicht ganz parallel, sondern so wie sie vonmäßig entfernten Gegenständen ausgehen. Muß man in einzelnenFällen in Ermangelung der Brille, um bei Lichte zu lesen, dasBuch hinter das Licht halten, so ist es vortheilhaft, das Auge mitder Hand gegen die unmittelbare Einwirkung der Lichtstammc zuschützen, wodurch der Vorthcil, den stark erleuchteten Gegenstandgut zu sehen, nicht aufgehoben wird. Jndeß ist die Gewöhnungan zu starke, blendende Erleuchtung allemal dem Auge nachtheilig.

Die Kurzsichtigkeit fordert concave Augengläser. Bei demKurzsichtigen ist die Krümmung der Hornhaut und der Linse zugroß, und es werden daher die von einem nahen Gegenständeausgehenden Strahlen so stark gebrochen, daß sie ein reines Bildin 8 auf der Netzhaut dacstellen (b'i§. «9.); die Lichtstrahlen da-gegen, die von entfernteren Gegenständen kommen, wie 011, soll-ten ein reines Bild in 6 darstellcn, welches, weil die Strahlenerst in der Gegend von 8 aufgcfangen werden, wo sic schon wiederangefangen haben, sich zu zerstreuen, nicht rein hervorgcht, son-dern bei 8 entsteht für jeden Punct des Gegenstandes ein größerererleuchteter Raum, eben dadurch aber ein verwirrtes Bild. Das