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Bestimmung der Stärke der Brechung bei unpolirten,unregelmäßigen durchsichtigen Körpern.
Zum Schluffe dieser Betrachtungen knüpfe ich hieran nocheinen andern Versuch. Sie wissen, daß die an sich durchsichtigenKörper die Eigenschaft haben, daß sie undurchsichtig werden, wennman ihnen eine rauhe, eine matt geschliffene Oberfläche giebt. DieShat darin seinen Grund, weil die die Oberstäche treffenden Strah-len an dieser aus unregelmäßigen Theilcn zusammengesetzten Ober-fläche so mannigfaltig gebrochen und zucückgeworsen werden, daßdie Strahlen durchaus nicht regelmäßig zum Auge gelangen. Dieseunregelmäßige Brechung hört auf, wenn der Körper von einer eben-so stark brechenden Flüssigkeit umgeben ist, und die Erfahrung zeigt,daß alsdann auch die schwache Reflexion, die beim Uebcrgangc desLichtstrahls aus Glas in Lust, und schon weit schwächer bei demUebergange aus Glas in Wasser statt findet, gänzlich. aufhört; eskann uns daher nicht wundern, wenn wir ein in Wasser getauchtesmattgeschliffenes Glas seine Durchsichtigkeit einigermaßen wiedererlangen sehen, und beim Eintauchen in Terpentin-Oel, welchesdie Lichtstrahlen fast ebenso stark bricht als das Glas, die Durch-sichtigkeit fast völlig hcrgestellt finden.
Diese Erfahrung leitet auf ein Mittel, um die Brechung fürdiejenigen durchsichtigen Körper zu bestimmen, die entweder nur inkleinen Stücken vorhanden sind, oder deren Oberflächen unpolirtsind. Findet man für diese eine Flüssigkeit oder eine Mischung vonFlüssigkeiten, die ihnen ihre volle Durchsichtigkeit giebt, so kannman sicher sein, daß die Flüssigkeit das Licht ebenso stark, als derfeste Körper, bricht. Vrcwster, der diesen so nahe liegenden Ge-danken zuerst öffentlich ausgesprochen hat, bemerkt hiebei, daß hierinein Mittel liege, um in ungeschliffenen Edelsteinen die etwa vor-handenen Spalten und Unregelmäßigkeiten, die im Innern dieDurchsichtigkeit hindern, zu entdecken. Denn da der Lichtstrahl ander Oberfläche des in eine solche, gut gewählte Flüssigkeit cinge-tauchten Minerals kein Hinderniß seines Fortganges findet, so siehtman nun die im Innern sich befindenden Spalten oder andern Un-terbrechungen der gleichförmigen Bildung.