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gießt, entsteht ein Niederschlag; das Wasser nämlich hat einestärkere Verwandtschaft zu dem Wcingciste und nöthigt daher dieHarzthcile, ihre Verbindung mit dem Wcingciste aufzugeben, sodaß sie wieder als Harz die Flüssigkeit trüben und nicht mehr mitdem Weingeist verbunden bleiben. Diese einfache Wahlverwandt-schaft tritt da ein, wo ein zusammengesetzter Körper durch eineneinfachen zerlegt, einer jener Bcstandthcilc durch diesen drittenKörper ausgenommen, der andere aber frcigelasscn wird. Dagegennennt man cs doppelte Wahlverwandtschaft, wenn zueinem zusammengesetzten Körper ein zusammengesetzter Körper ge-mischt wird, und dieser so beschaffen ist, daß sein einer Bestandtheilsich mit dem einen Vestandtheile des erstem, sein zweiter Bcstand-thcil sich mit dem zweiten Bcstandthcilc des erstem verbindet.Blauer Vitriol, eine Verbindung von Kupfer mit Schwefelsäure,löset sich im Wasser auf; ebenso löset sich Soda, eine Verbindungvon Natron und Kohlensäure, im Wasser aus. Bringt man beideAuflösungen zusammen, so entsteht eine doppelte neue Verbindung,indem die Kohlensäure mit dem Kupfer (eigentlich mit dem Kupfer-Oxyd) einen im Wasser unauflöslichen Körper bildet, der zu Bodenfällt, während die Schwefelsäure mit dem Natron in Verbindungcingeht, aber als auflösliches Salz im Wasser ausgelöst bleibt,so daß man cs erst durch Abdampfen aus dem Wasser Herstellenkönnte.
Wenn die Verwandtschaft des einen Körpers zu einem zweitennicht hinreicht, um diesen zweiten von einem dritten zu trennen,so wird diese Trennung zuweilen dadurch, daß noch eine Mitwir-kung eines neuen Körpers zu Hülfe kömmt, zu Stande gebracht.Eisen zum Beispiel hat ein starkes Bestreben, den Sauerstoff ansich zu ziehen, aber dennoch ist der Sauerstoff als Bestandtheil desWassers zu innig mit dem zweiten Vestandtheile des Wassers, demWasserstoff, verbunden, als daß jene Anziehung des Eisens ihnvon diesem trennen könnte. Mischt man aber Schwefelsäure zudem Wasser, in welches das Eisen gelegt ist, so wird das Wasserzersetzt. Die Schwefelsäure nämlich hat zu dem mit Sauerstoffverbundenen Eisen (dem Eisen-Oxyd,) eine so starke Verwandt-schaft, daß indem diese sich mit der Verwandtschaft des Eisens zumSauerstoff verbindet, der im Wasser so fest gebundene Sauerstoff